Zverev zerquetscht cerundolo in 65 minuten – jetzt wartet sinner-rematch
65 Minuten. Mehr brauchte Alexander Zverev nicht, um Francisco Cerundolo zu vernichten und Miami in einen Beben zu versetzen. 6:1, 6:2 – die Zahlen lügen nicht. Der Hamburger spielte sich in einen Rausch, der Argentinier wirkte wie ein Statist auf dem Center Court.
Sinner steht bereit – und er kennt die vorlage
Im Halbfinale wartet Jannik Sinner, die italienische Wand. Drei Wochen nach Indian Wells, wo er Zverev mit 6:2, 6:4 abfertigte. „Ich habe ein schlechtes Spiel gemacht“, sagt der Deutsche nüchtern. Diesmal will er die Scharte auswetzen. Die letzten fünf Duelle gingen an Sinner. Die Serie nagt an Zverev, das weiß jeder im Player-Box.
Doch die Zahlen von gestern Nacht sprechen eine andere Sprache: 24 Winner, nur 9 unerzwungene Fehler, 83 % erste Aufschläge im Feld. Das ist kein Tennis, das ist ein Statement. Cerundolo bekam eine Lektion in Tempo, Winkel, Kaltblütigkeit. „Ich fühlte mich an, als wäre der Ball so groß wie ein Fußball“, sagt Zverev nach dem Match. Die Metapher trifft den Kern: Er sah alles früher, spielte alles entschlossener.

Erstmals das doppel in der wüste und im paradies
Noch nie zuvor stand Zverev in einer Saison sowohl im Halbfinale von Indian Wells als auch in Miami. Das nennt man in der Tour „Sunshine Double light“. Kein Deutscher vor ihm schaffte diese Kombination. Die Konkurrenz schaut auf. Die US-Hartplatz-Saison gehört ihm gerade.
Die restliche deutsche Truppe ist längst abgestiegen: Struff, Hanfmann, Altmaier – alles First-Round-K.o. Bei den Damen sieht es nicht besser aus. Eva Lys, Ella Seidel, Tatjana Maria: out. Laura Siegemund schaffte noch einen Satz, dann war auch Schluss. Zverev trägt die Fahne allein. Das kennt er, das mag er. Ein Mann, ein Ziel.
Sinner selbst zerlegte Frances Tiafoe mit 6:2, 6:2. Die Zuschauer in Miami erleben ein Halbfinale, das bereits Finale-Niveau hat. Zverev gegen Sinner – Power gegen Präzision, Aufschlag gegen Return, Kopf gegen Klasse. Der Gewinner rückt einen Schritt näher zur Masters-Krone, die er 2018 schon einmal trug.
Die Uhr tickt. Freitagabend, Lichter aus, Stadiumpuls auf 180. Zverev wird auflaufen, ein neues Bandana, ein alter Gegner. Die Serie muss irgendwann reißen. Warum nicht in der Hitze von Florida? Er selbst sagt es trocken: „Ich bin bereit. Und ich habe nicht vor, wieder zu verlieren.“
