Zverev zerlegt fils schon vor dem match – und sinner zittert sich ins viertelfinale
Indian Wells – ein Ort, der Alexander Zverev bisher kalt ließ. Jetzt droht er zu glühen. Gegen Arthur Fils wirft er schon vor dem ersten Aufschlag die Faust: „Er wird verlieren.“ Kein Wink, kein Lächeln, nur ein Satz, der knallt wie ein Returnwinner.
Fils bekommt eine lektion, nicht eine chance
Der Franzose gilt als Geheimtipp, in Doha erst im Finale an Alcaraz gescheitert. Doch Zverev kennt die Zahlen, die zählen: 4:2 Bilanz, letzter Sieg auf Hartplatz in Miami. „Er hat Talent, klar“, sagt der Deutsche, „aber Disziplin ist ein anderes Wort für Vier-Satz-Kampf, und den gewinne ich.“ Die Worte sind kein Trash-Talk, sie sind ein Temposchlag. Fils mag schnell sein, Zverev ist es, der die Geschwindigkeit diktiert.
Der 28-Jährige liefert direkt den Beweis. Gegen Frances Tiafoe feuert er 11 Asse, verwandelt 3 von 4 Breakbällen, siegt 6:3, 6:4. Die Statistik zeigt 31 Winner bei 19 unerzwungenen Fehlern – das Verhältnis eines Mannes, der weiß, dass die Saison erst dann beginnt, wenn die großen Titel fallen.

Sinner taumelt, aber er trifft
Während Zverev droht, zittert Jannik Sinner. Der Weltranglisten-Zweite bäumt sich gegen Joao Fonseca, 19 Jahre, Abschlag wie ein Presslufthammer. Erster Satz: 3:6 im Tiebreak, drei Satzbälle gegen sich. Sinner rettet mit einem Halbvolley, der klingt wie ein Rufmesser. Zweiter Satz: erneut Tiebreak, erneut 7:5. Am Ende 79:77 Punkte – ein Kräftemessen, kein Tennismatch.
Fonseca schlägt 27 Winner, leistet sich 24 leichte Fehler. Die Zahl, die bleibt: 77 gewonnene Punkte – nur zwei weniger als Sinner. Der Junge aus Rio verlässt den Court mit dem Gefühl, dass die Zukunft seinen Namen trägt. Der Italiener mit dem Bewusstsein, dass Gegner nicht mehr nur spielen, sondern glauben.
Nun droht dem Favoriten Learner Tien, ein US-Boy mit nichts zu verlieren außer seiner Unbekanntheit. Sinner wird wieder taumeln. Die Frage ist nur, ob er wieder trifft.
Zverev dagegen schaltet vor. Sein nächster Schritt: Halbfinale. Sein nächstes Opfer: ein Franzose, der lernen wird, dass Talent allein keine Antwort auf deutsche Präzision ist. Indian Wells begann als Liebeslied ohne Melodie. Es endet möglicherweise mit einem neuen Refrain – gesungen von einem Mann, der keine Zweifel duldet.
