Zverev unter druck: mcenroe warnt vor psychischem knacks

Paris – Alexander Zverev, der vermeintliche Erbe von Djokovic und Nadal, steht vor dem größten Test seiner Karriere. Nach dem Ausfall von Sinner und Djokovic sind die French Open 2026 plötzlich seine Schauplatz. Doch statt überschäumender Freude macht sich bei Experten wie John McEnroe ein mulmiges Gefühl breit: Kann der deutsche Tennisstar den immensen Druck wirklich aushalten?

Die last der erwartung: mcenroes psychogramm

Die last der erwartung: mcenroes psychogramm

„Die entscheidende Frage ist, wie er mit dem Druck umgeht“, raunte McEnroe in Paris. „Er war lange der Beste, der noch keinen Grand-Slam-Titel hat. Das hat sich in seinem Kopf festgesetzt.“ Die Worte des ehemaligen Weltklassespielers treffen den Nagel auf den Kopf: Zverev hat die Fähigkeiten, das Potenzial, aber ihm fehlt es an der nötigen mentalen Stärke, um in den entscheidenden Momenten zu bestehen. Ein Satzverlust gegen Halys in der dritten Runde, obwohl er bereits eine Führung hatte, deutet auf eine angespannte Situation hin.

Mats Wilander, ein weiterer prominenter Experte, sieht die Situation ähnlich. „Ist das jetzt sein Turnier?“, fragte er rhetorisch. „Es sollte besser so sein, denn wenn er hier nicht gewinnt…“ Wilander vergleicht Zverevs Situation mit der von Caroline Wozniacki vor den Australian Open 2018. Ein Vergleich, der die Ungewissheit und die lange Suche nach dem ersten großen Triumph unterstreicht.

Doch es gibt auch Hoffnung: Der Aufstieg von João Fonseca, der Djokovic in einem epischen Fünf-Satz-Match besiegte, zeigt, dass im Tennis alles möglich ist. Fonseca bewies, dass man auch mit einem 0:2-Rückstand noch zurückkehren und einen derartigen Giganten besiegen kann. Das könnte für Zverev eine Inspiration sein.

Zverev selbst scheint sich auf seinen nächsten Gegner, Jesper de Jong, zu konzentrieren. „Fokus liegt auf de Jong“, erklärte er exklusiv Eurosport. Ein kluger Schachzug, um den Druck etwas abzubauen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Doch die Schatten der Vergangenheit, die verpassten Chancen – insbesondere die Finalniederlage gegen Thiem bei den US Open 2020 – bleiben präsent.

Die French Open sind nun mehr als nur ein Turnier. Sie sind ein Wendepunkt für Alexander Zverev, eine letzte Chance, den Fluch der verpassten Grand-Slam-Titel zu brechen. Ob er sich dieser Herausforderung gewachsen zeigt, wird die Tenniswelt mit angehaltenem Atem verfolgen. Denn wie McEnroe treffend bemerkte: „Wenn er es diesmal nicht gewinnt, weiß ich nicht, ob er überhaupt jemals einen gewinnen wird.“