Zverev im french open-fokus: petkovic sieht chancen, beklagt nachwuchs-misere

Paris fiebert den French Open entgegen, und die Frage nach deutschen Titelfahnen steht im Raum. Ex-Top-10-Spielerin Andrea Petkovic sieht Alexander Zverev im erweiterten Favoritenkreis, warnt aber vor der Dominanz von Sinner und Alcaraz. Gleichzeitig äußert sie tiefe Besorgnis über die Situation des deutschen Tennis-Nachwuchses und die fehlenden Führungsspielerinnen.

Petkovic: zverev gehört dazu, aber die konkurrenz ist brutal

„Für mich ist Sascha der Favorit nach Sinner und Alcaraz“, erklärte Petkovic am Rande eines Medientermins vor dem WTA-Turnier in Berlin. Dass Zverev, der bisher auf seinen ersten Grand-Slam-Titel wartet, in Paris endlich erfolgreich sein könnte, hält sie zwar für möglich, betont aber die schiere Überlegenheit von Jannik Sinner und Carlos Alcaraz. „Die beiden sind im Moment einfach das Nonplusultra im Tennis, das muss man auch akzeptieren.“ Ein kleiner Hoffnungsschimmer blitzt auf: Alcaraz wurde kürzlich mit einer Handgelenksverletzung gesichtet, was die Situation etwas verändern könnte. Aber Vorsicht, wer weiß, was wirklich vor sich geht…

Deutsche damen im tal: „wir brauchen neue vorbilder“

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Die Situation bei den deutschen Tennis-Frauen sieht hingegen düster aus. Petkovic spricht von einer „wirklich sehr unglücklichen“ Lage. „Wir haben derzeit nicht die Führungsspielerinnen wie Angie Kerber, Jule Görges, Sabine Lisicki, Laura Siegemund und Tatjana Maria“, bedauert sie. Der Abstieg in die Drittklassigkeit im Billie Jean King Cup ist ein deutliches Zeichen der Schwäche. Die fehlenden Stars und die Schwierigkeiten des Nachwuchses sind ein Problem, das dringend angegangen werden muss.

Berlin als stolperstein? die herausforderungen für junge talente

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Die Berlin Tennis Open, bei denen Petkovic als „Director of Excitement“ tätig ist, bieten zwar eine hervorragende Plattform, stellen den deutschen Nachwuchs aber auch vor große Herausforderungen. „Der große Vorteil des Turniers ist auch ein Nachteil für den deutschen Nachwuchs. Es ist sehr, sehr stark. Es werden nur Top-20-Spielerinnen hier geben“, so Petkovic. Um deutschen Spielerinnen überhaupt eine Chance zu geben, arbeitet man eng mit dem DTB zusammen. Es gilt, eine Balance zu finden, die sowohl den etablierten Stars als auch den aufstrebenden Talenten gerecht wird. Die Förderung junger Spielerinnen muss Priorität haben, denn ohne sie wird die deutsche Tennis-Zukunft düster aussehen.

Die Zahl der internationalen Spielerinnen, die in Berlin an den Start gehen, verdeutlicht die Diskrepanz. Während die Weltelite ihre Muskeln spielen lässt, kämpft der deutsche Nachwuchs um Anerkennung. Eine bittere Pille für den deutschen Tennis-Sport, die aber auch ein Weckruf sein sollte.