Zverev demütigt jódar – becker: „unglaubliches tennis!“

Alexander Zverev hat Rafael Jódar im Viertelfinale der French Open in einer Demonstration von Stärke und Anpassungsfähigkeit deklassiert. Der Deutsche präsentierte sich in neuer Form und buchte damit seinen fünften Platz unter den letzten Vier in Paris in den letzten sechs Jahren. Einziger Wermutstropfen: Der Traum vom ersten Grand-Slam-Titel ist noch fern, doch die Leistung war beeindruckend.

Becker sieht besten zverev seit jahren

Eurosport-Experte Boris Becker war begeistert: „Viel besser habe ich ihn noch nie gesehen! Das war unglaublich großes Tennis, absolute Weltklasse in Satz zwei und drei.“ Zverev zeigte eine beeindruckende Reife, besonders nachdem er im ersten Satz einen 2:5-Rückstand aufholen musste. Die Erholung von diesem schwierigen Beginn war schlichtweg phänomenal.

Doch der Weg zum Titel ist noch lang. Zverev selbst betonte nach dem Match: „Ich bin glücklich, dass ich im Halbfinale stehe, mehr nicht.“ Der Fokus liegt klar auf dem nächsten Spiel, auf dem Beibehalten des Rhythmus und der Konzentration. Ein falscher Gedanke, eine Sekunde der Selbstüberschätzung, kann hier das Aus bedeuten.

Anpassungsfähigkeit als schlüssel zum erfolg

Anpassungsfähigkeit als schlüssel zum erfolg

Besonders hervorzuheben ist Zverevs Fähigkeit, sich anzupassen. Die feuchten Bedingungen auf dem Court Philippe-Chatrier stellten ihn zunächst vor Probleme. „Topspin hat heute gar keinen Sinn gemacht, weil der Ball nullkommanull abgesprungen ist“, erklärte er. Stattdessen wich er auf flachere Schläge aus und fand so zu seinem Spiel zurück. Diese Flexibilität, gepaart mit einem nunmehr aggressiveren Spiel, ist ein Zeichen für seinen Reifeprozess als Tennisspieler. Es ist nicht länger nur die Vorhand, die den Gegner einschüchtert, sondern auch die neue Präzision im Longline-Spiel.

Die Analyse von Eurosport-Experte Àlex Corretja unterstreicht dies: „Das war eine große Veränderung. Seine Vorhand lief extrem gut, und er konnte Jódar fortan deutlich mehr auf dessen schwächere Rückhand anspielen.“ Zverev hat gelernt, das Spiel zu diktieren, den Gegner zu kontrollieren und seine Stärken optimal einzusetzen.

Der Spanier Rafael Jódar, der sensationell bis ins Viertelfinale vorgedrungen war, musste sich dem erfahrenen Deutschen geschlagen geben. Sein Höhenflug ist vorerst beendet, nachdem er seinen Aufstieg von Rang 707 der Weltrangliste in beeindruckender Geschwindigkeit vollzogen hat.

Becker bemerkte nach dem Match eine interessante Beobachtung: Zverev begann nach dem entscheidenden Matchball den Jubel anzusetzen, zog ihn dann aber abrupt zurück. „Er wollte sich freuen, hat zum Jubel angesetzt, dachte dann aber wohl: Das Turnier ist noch nicht vorbei.“ Ein klares Zeichen dafür, dass Zverev seine Emotionen im Griff hat und sich voll und ganz auf die kommenden Aufgaben konzentriert.

Seine Erfahrung, die drei verlorenen Grand-Slam-Finals, hat ihn gelehrt, die Balance zu halten, nicht vorzeitig zu jubeln und den Fokus stets auf das Wesentliche zu richten. Zverev hat alle Situationen als Tennisspieler erlebt, daraus gelernt und nun die Chance, endlich den großen Wurf zu landen.