Zverev: chance in paris – doch wer ist jesper de jong?
Paris – Alexander Zverev hat sich nach dem Aus von Sinner und Djokovic in Paris in eine interessante Lage manövriert. Der Hamburger, der gestern Abend noch bis tief in die Nacht auf dem Court Philippe-Chatrier spielte, vermied es zunächst, übertriebene Titelansagen zu machen. Doch die Chance ist da, und sie ist verdammt greifbar.
Ein versprecher und ein überraschender gegner
Nach einem langen Kampf gegen Quentin Halys rutschte ihm im Siegestaumel ein kleiner Versprecher über die Lippen: Frenkie de Jong. Ein Fußballprofi des FC Barcelona? Nein, es war Jesper de Jong, ein niederländischer Tennisspieler, der Zverev bereits im Vorjahr in Paris das Leben schwer gemacht hat. Der Weltranglisten-106. hat sich in Paris aufgetan und ist ein echter Lucky Loser – ein Beweis dafür, dass im Tennis alles möglich ist.
De Jong, der im Qualifying zwar das Finale verloren hatte, hat seitdem Stan Wawrinka und Karen Khachanov besiegt. Khachanov, der Zverev 2021 im Olympia-Finale von Tokio unterlegen war! Das zeigt, dass der Niederländer in Topform ist und Zverev vor einer echten Herausforderung steht. „Ich spiele jetzt gegen Frenkie de Jong, der Rest interessiert mich nicht“, kommentierte Zverev trocken nach dem Match.

Experten sind überzeugt: zverev ist der favorit
Die Experten sind sich einig: Zverev ist nun der Topfavorit. Boris Becker bezeichnete ihn nach dem Sinner-Aus bereits als „Topfavorit“, und auch Mats Wilander stimmt zu. Der dreimalige Paris-Sieger weiß, dass der Druck auf Zverev lastet, aber er glaubt auch, dass der 29-Jährige bereit ist, ihn zu bewältigen. „Natürlich setzt er sich selbst enorm unter Druck, weil er endlich seinen ersten Grand-Slam-Titel gewinnen will“, so Wilander. „Aber inzwischen kommt der Druck auch von außen – von uns allen. Jeder glaubt, dass er diesen Titel wahrscheinlich nie gewinnen wird, wenn es ihm diesmal nicht gelingt.“
Zverev selbst gibt sich zufrieden mit seinem aktuellen Level. „Auch wenn ich heute einen kleinen Durchhänger hatte, spüre ich, dass mein Level da ist“, sagte er. Er wird alles dafür tun, um auch in der zweiten Woche erfolgreich zu sein. Die Frage ist nicht, ob Zverev gewinnen kann, sondern wann er endlich diesen verdienten Grand-Slam-Titel in die Höhe stemmen wird. Die French Open könnten seine Chance sein – und er scheint bereit zu sein, sie zu ergreifen.
