Zsc lions drückt, davos hält: halbfinale kocht auf 1:1
Die Scheibe fliegt, die Zahlen brillieren – und trotzdem steht’s 1:1. Die ZSC Lions haben in den ersten beiden NL-Halbfinalspielen mehr Schüsse, mehr Chancen, mehr Expected Goals. Doch der HC davos hat die bessere Nerven behalten. Die Serie ist offener, als jede Statistik verrät.
Expected goals lügen nicht – tore schon
In Spiel eins lag der xG-Wert bei 4,15 für Zürich gegen 3,74 für davos. Die Folge: 2:4 für die Bündner. Sandro Aeschlimann war mit 94 % Fangquote der Dieb im Tor, Simon Hrubec musste sich mit 88 % geschlagen geben. Die Moral: Chancen bringen nichts, wenn der Schlussmann sein Team im Rücken trägt.
Spiel zwei drehte sich das Blatt. Zürich dominierte erneut, diesmal mit 3,48 xG gegen 2,17. Die Konsequenz: 3:1. Die Lions verwandelten ihre Überzahl endlich in Punkte, während davos bei 5-gegen-5 komplett abtaute. Die einzige Konstante: Aeschlimann blieb stark, Hrubec wurde besser – 95 % retteten den Tschechen vor der zweiten Pleite.

Chris baltisberger schlägt denis malgin
Denis Malgin jagt noch seinen ersten Scorer-Punkt im Halbfinale. Der Superstar läuft, passt, schießt – vergeblich. Auf der anderen Seite erledigt Chris Baltisberger aus der vierten Reihe die Arbeit: drei Tore in zwei Spielen, zwei davon Gamewinner. Die Tiefe zählt, nicht der Name auf dem Rücken.
Simon Knak, künftiger ZSC-Spieler, traf für davos zum 3:2 in Spiel eins. Ironie des Sports: Er könnte der Mann sein, der seinen künftigen Arbeitgeber ins Aus schießt. Die Frage ist nicht, ob Malgin aufwacht – sondern, ob er rechtzeitig aufwacht.

Goalie-duell wird die serie entscheiden
Sven Helfenstein sagt es unverblümt: „Wer hier die besseren Paraden zeigt, trägt seine Farben ins Finale.“ Die Zahlen geben ihm recht. Aeschlimann rettete bisher 1,71 Tore über Erwartung, Hrubec 0,78. Bei 5-gegen-5 haben die Lions 20 Hochkaräter erzeugt, davos nur acht. Die Schlussphase der Serie wird zum Kräftemessen der Keeper – und zum Test der Nerven der Schützen.
Die nächsten Spiele finden im kleinen Davoser Eisstadion statt. Die Bündner Fans werden brüllen, die Lions werden drücken. Wer zuerst zweimal jubelt, bestimmt nicht nur das Tempo, sondern auch das Tempo der Herzen. Die Statistik sagt Zürich voraus. Das Eis sagt: erst mal 0:0.
