Zopf-alarm in münchen: bayern fordern überprüfung der regeln!
Der FC Bayern München ist außer sich! Im Champions-League-Halbfinale gegen Barcelona kam es zu einer bizarren Szene, die nun die Debatte um die Regeln im Frauenfußball neu entfacht hat: Nationalspielerin Franziska Kett sah die rote Karte, nachdem sie im Zweikampf kurz die Haare ihrer Gegenspielerin Salma Paralluelo berührt hatte. Die Bayern sprechen von einer Fehlentscheidung und fordern eine rasche Überprüfung der aktuellen Bestimmungen.
Was wirklich geschah: ein reflex oder vorsatz?
Zehn Minuten vor dem Abpfiff kam es an der Seitenlinie zu einem hitzigen Zweikampf zwischen Kett und Paralluelo. Die Spanierin versuchte, der Deutschen zu entkommen, und in diesem Moment schnellte Ketts Hand reflexartig heraus. Für einen Sekundenbruchteil ergriff sie die langen Haare der Gegenspielerin. Paralluelo reagierte sofort mit einem Schrei, und Schiedsrichterin Ivana Martincic zögerte nicht und zeigte Kett die rote Karte. Der VAR bestätigte die Entscheidung, was für zusätzlichen Aufreger sorgte.
Die Regel, die hier zum Tragen kam, sieht vor, dass das Ziehen an den Haaren als Tätlichkeit gewertet und mit einer roten Karte geahndet wird. Aber: Es muss Absicht vorliegen. Dieser Passus ist jedoch interpretationsbedürftig. Ein Reflex wie bei Kett kann immer als Vorsatz ausgelegt werden, was die Entscheidung der Schiedsrichterin zusätzlich in Frage stellt.
Bianca Rech, Leiterin des Frauenteamfußballs beim FC Bayern, äußerte sich empört: „Man muss grundsätzlich über die Regel sprechen. Spielerinnen haben Haare bis zum Gesäß. Franzi kommt aus einer natürlichen Bewegung und will nach dem Trikot greifen. Dabei kommt sie irgendwie an die Haare.“ Sie betonte, dass gerade bei dieser roten Karte eine Diskussion notwendig sei.
Die Argumentation der Bayern schwingt bereits seit der EM im Sommer nach, als Nationalspielerin Kathy Hendrich im Viertelfinale gegen Frankreich ebenfalls eine rote Karte für einen ähnlichen Vorfall erhielt. Damals griff Hendrich ihrer Gegenspielerin bei einer Ecke in die Haare, während sie lediglich wie üblich Körperkontakt über das Trikot suchen wollte.
Die Mitspielerinnen von Kett schließen kategorisch aus, dass sie mit Absicht gehandelt habe. „Franzi würde niemals mit Absicht an den Haaren ziehen“, betonte Stürmerin Pernille Harder.

Haarregeln im vergleich: fußball, turnen, judo
Während im Fußball die Regeln bezüglich Frisuren relativ locker sind – nur die Befestigungsmittel dürfen nicht spitz oder hart sein – sind sie in anderen Sportarten deutlich strenger. Im Turnen müssen Haare eng am Kopf anliegen und dürfen bei Überschlägen nicht den Boden berühren. Im Judo und Ringen müssen lange Haare zusammengebunden sein, und auch im Handball dürfen sie nicht wild herumwirbeln. Diese strengeren Auflagen erleichtern nicht nur die Arbeit der Schiedsrichter, sondern dienen auch der Sicherheit der Athleten.
José Barcola, der Bayern-Trainer, geriet nach der roten Karte ebenfalls in Rage und wurde von der Schiedsrichterin vom Platz geschickt. Rech klagte: „Ich weiß gar nicht mehr, wie viele Gelbe Karten es waren. Sie hat Karten verteilt wie Smarties.“ Sie warf der Schiedsrichterin vor, die Kontrolle über das Spiel verloren zu haben.
Die aktuelle Situation zeigt deutlich, dass die bestehenden Regeln zum Thema Haare im Fußball überdacht werden müssen. Eine klare Unterscheidung zwischen Reflexen und vorsätzlichem Handeln ist unerlässlich, um Fehlentscheidungen zu vermeiden und die fairen Spielbedingungen zu gewährleisten. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Forderungen der Bayern Gehör finden und eine Anpassung der Regeln erfolgt.
