Zdf-stimme schmidt lässt die fifa zittern: 'die leeren plätze sind ihre quittung'
Oliver Schmidt ballte die Faust – und die Kamera schluckte es in Großaufnahme. Im ZDF-Kommentatorenraum des Hard Rock Stadiums in Miami schlug der 59-Jährige mit rauer Stimme den Ton an, den Millionen Zuschauer so noch nie bei einer WM gehört hatten: ‚Fußball gehört den Fans, nicht den Nadelstreifern!‘ Sekunden vor dem Anpfiff zwischen Uruguay und Saudi-Arabien hatte er die leeren Sektoren im Blick, und die Wut sprudelte nur so heraus.
Schmidt attackiert live die ticketpolitik
„Leider, leider, leider – das hat keine Partie bei dieser Weltmeisterschaft verdient“, donnerte der Kommentator, als über 60.000 Plätzen im Stadion der Miami Dolphins einige tausend Lücken klafften. „Die FIFA bekommt die Quittung für die völlig überteuerten Tickets.“ Schmidt ließ keine Atempause. Er zog direkt den Super Bowl als Referenz, erinnerte an das volle Haus in jenem Februar – und schickte dann die Messerspitze nach Zürich: „Vielleicht ein bisschen naiv, aber ich hoffe, dass die leeren Plätze die Herren in den teuren Anzügen zum Grübeln bringen.“
Die FIFA hatte vor Turnierbeginn einen Einstiegspreis von 60 Dollar und einen Durchschnittspreis von 500 Dollar genannt. Doch auf dem Sekundärmarkt explodierten die Preise. In Mexiko-City hatten Familien bereits abgewunken, in Miami wiederholte sich das Drama. Schmidt beobachtete, wie sich das Publikum veränderte: weniger Farbe, weniger Lärm, dafür mehr Logenplätze für Unternehmensgäste, die das Spiel nur nebenbei checkten.

Infantinos verteidigung klingt hohl
Gianni Infantino hatte noch auf der Pressekonferenz in Los Angeles betont, ‚Experten analysierten und empfahlen diese Preise‘. Doch die Bilder aus Miami lügen nicht. In der 13. Spielminute schwenkte Schmidt die Kamera erneut und sagte trocken: „Gucken Sie mal in die Mitte – die wuchtigen Plätze bleiben leer. Das ist einfach nicht schön.“ Ein Satz, der bei Twitter binnen Minuten tausende Shares sammelte.
Das 1:1 zwischen Uruguay und Saudi-Arabien geriet zur Nebensache. Die eigentliche Schlagzeile schrie Schmidt ins Mikro: ‚Wenn sich die Fans das Turnier nicht mehr leisten können, haben wir das Herz des Sports verloren.‘ Die FIFA schwieg, doch die roten Zahlen auf den Tribünen sprachen eine lautere Sprache als jede Pressemitteilung.
