Zaragoza stürzt ab: historischer fußballverein kämpft um das überleben!
Ein Schock für den spanischen Fußball: Real Zaragoza, ein Name, der 77 Jahre lang für Kontinuität in der LaLiga stand, ist abgestürzt. Der Abstieg in die Primera Federación bedeutet nicht nur den Verlust des Profistatus, sondern auch eine existenzielle Bedrohung für den traditionsreichen Verein. Die ambitionierten Pläne der amerikanischen Investoren um Jorge Mas, die in den letzten Jahren in den Verein geflossen sind, um Schulden abzubauen und den Wiederaufstieg anzustreben, liegen nun in Trümmern.

Kann zaragoza in der drittklassigkeit bestehen?
Die Frage ist berechtigt, und die Antwort ist überraschend simpel: Ein schneller Wiederaufstieg, wie er beispielsweise Málaga CF in der Saison 2023-2024 gelang, wäre der Schlüssel zum Überleben. Der CD Tenerife demonstrierte in dieser Saison eindrucksvoll, dass eine dominante Leistung in der Primera Federación den Weg zurück in die Zweite Liga ebnen kann. Zaragoza muss sich an diesem Vorbild orientieren – und zwar nicht nur in Bezug auf die sportliche Leistung, sondern auch finanziell.
Denn hier liegt das eigentliche Problem: Ein wirtschaftlich nachhaltiger Betrieb in der Drittklassigkeit ist ohne eine Abkehr von den bisherigen Ausgaben kaum denkbar. Der Tenerife bewies, dass auch mit einem leichten Defizit von rund einer halben Million Euro der Wiederaufstieg möglich ist, während Málaga im vergangenen Jahr auf spektakuläre Transfererlöse angewiesen war, um die Bücher zu schließen. Die fixe Unterstützung von LaLiga in Höhe von 1,25 Millionen Euro reicht bei Weitem nicht aus.
Die finanzielle Realität ist brutal: Zaragoza wird in der Primera Federación mit Budgets operieren, die die der meisten Konkurrenten um ein Vielfaches übersteigen. Während in dieser Liga ein Gehaltsetat von über 5 Millionen Euro als außergewöhnlich gilt, bewegt sich Zaragoza im zweistelligen Millionenbereich. Ein Vergleich: Die Teams, die derzeit um den letzten Playoff-Platz kämpfen – CD Castellón, Burgos CF und SD Eibar – verfügen über deutlich geringere Mittel.
Die letzte verfügbare Wirtschaftlichkeitsprüfung zeigte, dass Zaragoza bereits 71 Prozent seines Umsatzes für Gehälter ausgibt. Diese Tendenz hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich verstärkt, was den Verein in eine prekäre Lage gebracht hat. Die Investitionen von Jorge Mas haben zwar die finanzielle Stabilität verbessert, aber die hohen Ausgaben müssen nun in Einklang mit den neuen Gegebenheiten gebracht werden.
Die Einnahmen aus Sponsoring und Mitgliedsbeiträgen sind zwar weiterhin solide – über 5 Millionen Euro bzw. 5,5 Millionen Euro – doch die reduzierten Fernsehgelder, die aufgrund der schlechten Platzierung in der letzten Saison weiter sinken werden, stellen eine zusätzliche Belastung dar. Die Hilfe aus der Liga wird auf 1,25 Millionen Euro begrenzt, während die RFEF maximal 200.000 Euro an Fernsehgeldern garantiert.
Ein Lichtblick am Horizont ist das Projekt der Neuen Romareda, das im Sommer in Angriff genommen werden soll. Der geplante Neubau des Stadions könnte langfristig neue Einnahmequellen erschließen und Zaragoza zu einem attraktiven Austragungsort für die Weltmeisterschaft 2030 machen. Der Vertrag mit Ibercaja, der dem Verein jährlich zwischen 10 und 19 Millionen Euro einbringt, wird auch in der Primera Federación Bestand haben, allerdings reduziert sich die Vergütung je nach Liga.
Die Verkäufe von Talenten aus der eigenen Jugend, wie Alejandro Francés, Iván Azón und Marcos Luna, haben in den letzten drei Jahren Einnahmen in Höhe von 10,3 Millionen Euro generiert. Diese Einnahmen waren entscheidend, um die finanzielle Stabilität zu erhalten. Insgesamt hat Zaragoza seit 2013-2014 einen positiven Saldo von 14,3 Millionen Euro erzielt.
Die Investitionen von Jorge Mas in Höhe von 40 Millionen Euro haben den Verein vor dem finanziellen Ruin bewahrt. Die Nettoverschuldung konnte von 80,2 Millionen Euro im Jahr 2014-2015 auf 34,1 Millionen Euro im Jahr 2024-2025 reduziert werden. Das Eigenkapital des Vereins hat sich um 52 Prozent erhöht.
Die Zukunft von Real Zaragoza ist ungewiss, aber die Entschlossenheit der Eigentümer und die Leidenschaft der Fans geben Anlass zur Hoffnung. Ob der Verein den Abstieg überwinden und den Weg zurück in den Profifußball finden kann, wird davon abhängen, ob er seine finanzielle Situation in den Griff bekommt und eine neue Ära des wirtschaftlichen Erfolgs einleitet. Die Zeit drängt.
