Zaragoza stopft burgos in schock-partie – 108:98 rettet die liga
Die Halle bebte, die Köpfe glühten. Casademont Zaragoza warf sich in einer Nacht, in der jeder Korb wie ein Rettungsanker wirkte, mit 108:98 (58:35) vor die Füße von San Pablo Burgos und riss damit drei Teams gleichzeitig in den Abstiegsstrudel. 8.127 Zuschauer im Príncipe Felipe sahen 40 Minuten Basketball, die zwischen Ekstase und Kollaps schwankten – und am Ende stand eine Mannschaft mit dem Rücken zur Wand, die plötzlich wieder atmen kann.
Ein viertel, das burgos in die zange nahm
Die ersten 600 Sekunden? Ein K.o.-Schlag. Robinson traf, González traf, Stephens traf – vier Dreier in Serie, 35:19, und Burgos wirkte wie ein Boxer, der die Schutzfolie noch um den Kopf hatte. Die Gäste starten mit 3/13 aus dem Feld, ihre Defense wie ein Drahtseil, das schon vor dem Sprung reißt. Porfirio Fisac versucht noch mit Time-out-Zeichen, aber die Aragonesen fegen weiter: 47:27, 58:35 – so hoch lag Zaragoza zuletzt vor 14 Jahren zur Pause.
Die Statistik lagt nicht: 67 % Dreierquote nach zwei Vierteln, Washington mit 14 Punkten und 13 Wertungspunkten, ein Team, das endlich wieder zuhause spielte, nachdem es einen Monat nur von Hotel zu Hotel tingelte. Der Klub hatte vor Spielbeginn die Ticket-Hotline gedrosselt – zu viele wollten sehen, ob die Saison hier schon stirbt.

Happ entfacht den albtraum
Doch die zweite Hälfte wird zum Horrorfilm. Ethan Happ tritt als Racheengel auf, versenkt 22 Punkte, 9 davon innerhalb von 180 Sekunden, und auf einmal steht es 63:49. Die rote Wand verstummt, die Trommeln verklappen. Corbalán und Díez schieben weitere 35 Punkte im dritten Viertel, 35:20 – Burgos wendet das Blatt, 78:70 vor dem letzen Akt. Die Überzahl der Zuschauer hält sich an den Sitzplätzen fest, als würde das Schiff kentern.
Was folgt, ist kein Basketball mehr, sondern Glücksspiel. Zaragoza findet zurück zur Zone, Stephens nagelt einen Dreier aus dem halben Feld, Washington legt nach, und bei 96:86 bleibt Burgos 2:47 Minuten ohne Korb. Die letzten Sekunden vergehen im Foul-Parcours, die Uhr läuft, der Buzzer ertönt – 108:98. Burgos muss mit neuer Niederlage weiter in den Keller blicken, Zaragoza springt auf Platz 14 und hat plötzlich dieselbe Anzahl Siege wie Andorra und die eigenen Gäste: sechs.
Die Liga ist offener denn je. Die nächsten fünf Spiele entscheiden, wer im Mai noch Fliegen klatscht und wer schon Pläne für die Liga LEB Gold schmiedet. Die Mannschaften verlassen das Parkett bis auf die Knochen erschöpft – und die Fans wissen: So schnell kann sich das Blatt wieder wenden. Denn in dieser Saison zählt nicht, wer lange führt, sondern wer zuletzt trifft.
