Yannis hör fliegt nach ball-bombe: dfb sperrt hoffenheim-verteidiger für ein spiel

Ein Ball rollt, ein Tritt folgt, ein Kopf trifft – und plötzlich steht Yannis Hör unter Schock. Die 90. Minute im Regionalliga-Duell zwischen TSG Hoffenheim II und VfB Stuttgart II, die Gäste führen 1:0, als der Linksverteidiger am Seitenrand zum Einwurf ansetzt. Dann knallt das Leder gegen einen Betreuer der Schwaben. Schiedsrichter Timo Gansloweit zückt sofort Rot. Die Szene sorgte für irritiertes Kopfschütteln, nun liegt das Urteil des DFB-Sportgerichts vor: Eine Sperre. Genau ein Spiel.

Die tat: absicht oder zufall?

Hör selbst sprach von einem Reflex, Trainer Stefan Kleineheismann nannte es „unglücklich“. Fakt ist: Der 21-Jährige hatte bereits Gelb auf der Brust, eine zweite Verwarnung wäre also ohnehin das Aus gewesen. Doch Gansloweit wertete das Wegschießen des Balles als unsportliches Verhalten – und damit als Tätlichkeit. Die rote Karte blieb, die Entschuldigung half nicht. Das Gericht folgt der Einschätzung des Unparteiischen, mildert das Strafmaß aber auf das Minimum.

Für Hoffenheim kommt die Sperre zur Ungelegenheit. Hör war in dieser Saison Dauerkraft: 27 von 29 Partien lief der Defensivmann auf, nur einmal musste er pausieren – wegen vorheriger Gelbsperre. Nun fehlt ihm das Top-Spiel beim Tabellenführer VfL Osnabrück am Sonntag (14 Uhr, Live bei kicker). Gegen Erzgebirge Aue eine Woche später darf er wieder mitwirken, dann allerdings im Gastspiel beim Abstiegskandidaten, wo jedes Mittelstürmer-Foul auf seine Psyche wirken könnte.

Kleineheismanns ironie: „gelb wäre auch gerechtfertigt“

Kleineheismanns ironie: „gelb wäre auch gerechtfertigt“

Der Coach versuchte nach dem Schlusspfiff, die Wogen zu glätten, gab aber offen zu: Mit Gelb wäre Hör ohnehin vom Platz gestellt worden – nur die Statistik würde eine andere sein. Die TSG muss nun erneut umbauen, die defensive Stabilität leidet. Die Rote Karte wird in den Leistungsdaten stehen bleiben, ein Makel im bislang soliden Saisonfahrplan des Außenverteidigers.

Die Lehre: Ein Ball ist schneller als eine Entschuldigung, und manchmal reicht ein einziger Tritt, um eine Karriere-Statistik zu trüben. Hör wird zurückkommen – aber die 90. Minute in Sinsheim wird ihm noch lange nachlaufen.