Yamal jagt die nächste champions-league-granate – und atlético zittert
Lamine Yamal trägt zurzeit das Camp-Nou-Gras ab, und das nicht nur bildlich. Gegen Atlético droht dem 17-Jährigen heute Nacht der nächste Tor-Kracher – und den Madrilenen der nächste Albtraum.
Champions-league-turbo: fünf tore in acht spielen
Seit September ist der Außenbahnspieler zur Bankautomaten-Gewohnheit geworden: rein in die Königsklasse, rein ins Netz. Fünf Treffer in acht Partien, vier Vorlagen – und in den beiden Spielen ohne Yamal-Beteiligung kassierte Barça die einzigen Niederlagen. Die Botschaft ist laut wie der Pfiff beim Elfmeter: Ohne ihn läuft nichts.
Doch der Junge aus Rocafonda nagt noch an der verpatzten Metropolitano-Show. Kein Tor, kein Assist, dafür zwei Gegner auf dem Weg zur Dusche: Nico González flog per Doppelgelb, Lenglet sah Gelb – beide Male nach Foul an Yamal. Frustriert schlurfte er vom Platz, selbst Lewandowskis Siegtor konnte ihn nicht aufmuntern. „Er wollte den Ball unbedingt versenken“, sagt Hansi Flick, „ich habe ihm gesagt: Fehler sind erlaubt, ich stehe vor dir.“

Gelb-verbot: eine karte und das rückspiel droht ohne ihn
Der Preis für sein Tempo-Dribbling könnte allerdings empfindlich werden. Eine weitere Verwarnung heute und Yamal muss am Dienstag in Madrid zuschauen. Bei Barça weiß man, was das bedeutet: In der laufenden Saison verlor der Klub genau die beiden Partien, in denen der Teenager weder traf noch zum Abschluss passte. Die Statistik ist kein Zufall, sie ist ein Warnschuss.
Neun Pflichtspiele hat er bisher gegen Atlético absolviert – sieben gewonnen, ein Tor, drei Assists. Die Bilanz liest sich nach Kindergarten-Gewalt, doch die Realität ist harte Arbeit: Simeones Defensiv-Lineal misst millimetergenau, und Yamals Zauberfüße müssen heute wieder einen Tick schneller sein als die Reflexe von Oblak.
Um sich einzustimmen, trainierte er gestern mit Tennisball – kleiner Gegenstand, größerer Fokus. Die Übung sieht nach Spielerei aus, ist aber ein altes Trickrezept von Barças Coordination-Coach: Wer einen Tennisball kontrolliert, versenkt auch den runden Lederen leichter.
Atlético wird heute eine Mauer bauen, das weiß Yamal. Aber Mauern hat er schon im Kinderzimmer seiner Großmutter aus Klopapierrollen gesprengt. Die Champions-League-Bühne ist nur ein größeres Zimmer – und der Junge hat das Licht angeknipst.
