Wwe 2k26 versenkt den hype im ring der monetarisierung

80 Euro Eintritt, zehn Euro für den Saison-Pass und dann noch Kartenpackchen: WWE 2K26 schreitet nicht in die nächste Runde, sondern in die nächste Abzocke. Die Promoter von 2K Sports haben verlernt, dass ein Finish mit Klatschen startet – nicht mit Kasse.

Die Devise „Never say never“ gilt offenbar nur noch für zusätzliche Mikrotransaktionen. Neu ist alles, was die Kreditkarte berührt: der Ringside-Pass, Premium-Kleidung, Boost-Pillen für die Karriere. Neu ist nichts, was den Daumen am Controller zwitschert. Das Ausdauer-Balkchen leiert lila, wenn der Wrestler schnauft – mehr Taktik? Vielleicht. Mehr Spaß? Kaum.

Story-modus myrise erzählt dieselbe geschichte zum dritten mal

Ob The Archetype oder Bron Breakker – der Weg nach oben führt wieder durch verpasste Sprungfedern und Dialoge, die so steif klingen wie ein Ringseil aus Stahl. Die Entscheidungs-Fassade (Face oder Heel?) wirft zwar ein paar Zweige auf die Strecke, doch am Ende landet jeder in derselben Arena, derselben Kamerafahrt, derselben Monotonie.

Exhibition liefert vier neue Match-Formate. Inferno glüht wunderbar, „I Quit“ erfindet ein Minispiel, das anstrengender ist als der eigentliche Kampf. 3 Stages of Hell? Drei Mal dasselbe in Grün. Mülltonnen-Match? Müll bleibt Müll, egal wie glänzend die Texturen wirken. Die Ragdoll-Physik schickt Gegner in surreale Wirbel – das sieht mitunter lustig aus, zerstört aber jede Glaubwürdigkeit, wenn ein 120-Kilo-Goliath wie eine leere Chipstüte über die Matte segelt.

Showcase mit cm punk rettet die stunde, nicht das spiel

Showcase mit cm punk rettet die stunde, nicht das spiel

CM Punks beste Matches in nachgestellten Pixeln – das ist nostalgisch, kurzweilig, sauber inszeniert. Doch wer am Ladder-Match gegen Tamina verzweifelt, darf wieder von vorn klettern. Checkpoints? Fehlanzeige. Stattdessen Spott vom echten Punk: „Versuch’s noch mal, vielleicht klappt’s ja beim fünften Mal.“ Netter Bruder, schlechtes Game-Design.

Gauntlet-Modus fordert 20 Gegner nacheinander heraus. Das ist sportliche Herausforderung, aber kein Ersatz für echte Inhalte. Hier zählt Ausdauer, nicht Kreativität – und genau das spiegelt den Gesamteindruck wider.

Der Open-World-Modus The Island zeigt, was hätte sein können: eine kompakte, stimmige Kulisse mit individuellen Wrestler-Basen. Doch jede Attribut-Verbesserung kostet Ingame-Münzen, die mit Echtgeld erkauft werden. MyFaction treibt das Sammelkartenspiel in dieselbe Sackgasse wie EA SPORTS FC: Wer zahlt, trifft härter.

Die Folge: WWE 2K26 fühlt sich an wie ein Pay-per-View-Event, bei dem schon die Einlasskarte nur die Hälfte der Rechnung deckt. Wer heute kauft, zahlt dreimal – einmal beim Händler, einmal im Spiel, einmal mit der Enttäuschung. Besser abwarten, bis der Preis auf die Matte fliegt. Dann vielleicht, nur vielleicht, lohnt der Griff zum Controller – und nicht zur Brieftasche.