Wut im bauch statt selbstmitleid: freiburg nimmt bayern-pleite als turbo mit nach vigo

Kein Sonntagstraining, kein Psychiater, einfach Lukas Höler und sein unverblümtes Fazit: „Wir verlieren nicht zweimal hintereinander.“ Die 2:3-Schlappe gegen den FC bayern war kaum verdaut, da hat der SC Freiburg den Frust schon in Energie verwandelt. Am Donnerstagabend (21.00 Uhr/RTL) steht in Balaídos das erste Europacup-Viertelfinale der Vereinsgeschichte an – und die Breisgauer reisen mit dem Selbstbewusstsein eines Teams, das 80 Minuten lang den Rekordmeister dominiert hat.

Der stachel sitzt tief, aber er treibt an

Der stachel sitzt tief, aber er treibt an

„Es ist nicht schlecht, wenn man mit etwas Wut im Bauch das nächste Spiel bestreiten kann“, sagt Höler. Der Stürmer spricht kein Marketing-Deutsch, sondern das, was in der Kabine wirklich rumort: Die Erkenntnis, dass 2:0 gegen bayern reichte, um zu zeigen, wozu diese Elf fähig ist. Trainer Julian Schuster stellt die Messlatte sogar noch höher: „Wir wollen nicht nur dabei sein, wir wollen die Runde erreichen.“ Historie? Schön und gut. Aber für Freiburg zählt nur das Weiterkommen.

Celta Vigo wartet mit Iago Aspas und dem ganzen spanischen Temperament, hat aber ebenso wie die Breisgauer nur zwei Tage Ruhe nach einem 1:1 in Villarreal. Die Ausgangslage ist offen, die Stimmung im Freiburger Lager aber längst nicht mehr von Selbstzweifeln geprägt. „Wir haben die Enttäuschung abgehakt“, sagt Schuster. Was bleibt, ist die Erinnerung an ein Spiel, in dem seine Mannschaft die bayern in deren eigene Hälfte drängte – und die Gewissheit, dass genau diese Intensität nun in Galicien nötig ist.

Die Zahlen sprechen für den Sport-Club: Keine Niederlage in den letzten vier Europa-League-Partien, nur ein Gegentor aus dem Spiel heraus. Doch Lo que nadie cuenta ist die mentale Wende. Wer 2:0 gegen bayern führt, der fürchtet sich auch in Balaídos nicht. Höler packt es in einen Satz: „Wir legen den Grundstein – und zwar mit dem Selbstvertrauen, das uns niemand mehr nehmen kann.“