Wüsten-wunder: sohar kämpft um die omanische meisterschaft!
Ein Fußballmärchen schreibt sich
in der omanischen Liga – und der Name des Hauptdarstellers ist Josu González de Heredia. Der Trainer, dessen Lebensweg ihn von den spanischen Nachwuchsteams in die Wüste Omans führte, hat mit dem Underdog Sohar SC eine Sensation ins Werk gebracht. Ein Team ohne Stars, ohne Millionen, aber mit einem unbändigen Willen und einer kollektiven Identität, die stärker ist als jeder einzelne Spieler.Der lange weg zum erfolg: vom unfall ins herz der wüste
González de Heredias Geschichte ist ein Lehrbuchbeispiel für Resilienz. Nach einem schweren Motorradunfall, der ihn drei Jahre lang an den Rollstuhl fesselte, fand er im Fußball eine neue Bestimmung. „Es war eine Zeit der Selbstreflexion“, erzählt er. „Ich habe gelernt, dass man sich immer wieder aufrappeln muss und dass der Weg zum Ziel oft steinig ist.“ Dieser Lebensweisheit schöpft er nun in Omán.
Sohar SC, oft mit einem „Rayo Vallecano“ verglichen – bescheiden, aber mit einer riesigen Anhängerschaft – steht unerwartet im Kampf um die Meisterschaft. Nach dem Verkauf des Top-Torjägers im Wintermarkt hätte man eine Talfahrt erwartet. Stattdessen klammern sich die Omanis an die Spitze, punktgleich mit den finanzstarken Konkurrenten. „Wir sind das einzige Top-Team ohne internationale Spieler“, betont González de Heredia stolz. „Das zeigt, was mit Teamgeist und harter Arbeit möglich ist.“
Der baskische Trainer, der die Ereignisse mit der Ruhe eines Mannes verfolgt, der schon viel gesehen hat, erklärt: „Es ist ein außergewöhnliches Jahr. Wir haben in der Hinrunde mehr Punkte geholt als in der gesamten letzten Saison. Wir wollen Geschichte schreiben.“

Die geheimwaffe: gemeinschaftsgefühl
Was unterscheidet Sohar SC von den anderen Teams in der Liga? Die Antwort ist einfach: eine unerschütterliche Gemeinschaft. In einer Liga, in der Geld oft über alles entscheidet, hat González de Heredia etwas geschaffen, das schwerer zu kaufen ist als jeder Top-Stürmer. „Sohar ist ein Team, in dem jeder für jeden kämpft“, so der Trainer. „Wir haben vielleicht nicht die individuell stärksten Spieler, aber wir sind kollektiv unschlagbar.“
González de Heredia, der einst in Ägypten und Zypern trainierte, hat in seiner Karriere gelernt, sich anzupassen. „Man muss sich seine Chancen suchen, wenn man im Ausland arbeitet“, sagt er. „In Ägypten haben wir zwei Jahre lang sensationelle Arbeit geleistet, bevor es uns nach Omán verschlug.“

Ein trainer im wüstenstaat: zwischen stress und stabilität
Das Trainieren in Omán ist nicht ohne Herausforderungen. „Hier herrscht ein hohes Maß an Ungeduld“, erklärt González de Heredia. „Ich bin der Trainer mit den meisten aufeinanderfolgenden Spielen im Amt der gesamten Liga. Man muss lernen, mit diesem Druck umzugehen.“ Doch Omán ist auch ein sicherer Hafen in einer turbulenten Region. „Es ist wie die Schweiz im Nahen Osten“, sagt der Trainer anerkennend.
Auch die geopolitische Lage hat wenig Einfluss auf den Alltag. „In den Straßen spürt man nichts von den Konflikten. Es ist sehr ruhig und sicher.“

Die zukunft: ein blick nach vorn
González de Heredia blickt mit Optimismus in die Zukunft. „Mein Ziel ist es, das nächste Spiel zu gewinnen“, sagt er. „Alles andere überlasse ich dem Zufall.“ Denn eines ist klar: Mit Josu González de Heredia am Ruder ist in Sohar alles möglich. Das Team hat bewiesen, dass man auch mit bescheidenen Mitteln Großes erreichen kann – und die omanische Liga hat einen neuen, faszinierenden Titelanwärter.
