Würzburger kickers feuern tabellendritten – schiele soll magath-rückkehr versüßen
Sieben Punkte aus drei Spielen, Platz drei, nur eine Niederlage seit 19 Pflichtspielen – und trotzdem knallt die Würzburger Leine. Marc Reitmaier ist raus, Michael Schiele zurück. Die Kickers trennen sich vom erfolgreichsten Coach der laufenden Regionalliga-Saison, weil sie sich nicht mit Erfolgen, sondern mit dem Fest der Tore begnügen wollen.
Ein schritt, der wehtut
Sebastian Neumann und André Herber schrieben von „Herzblut“, das Reitmaier hinterlassen habe. Das reicht nicht, wenn der Blick auf die Tabelle trügt. 23 Tore in 20 Spielen – das ist das schlechteste Offensiv-Budget aller Top-5-Teams. Die erhoffte spielerische Wende nach der Winterpause blieb aus, die Tore blieben aus. Also flog der Erfolgstrainer, weil Erfolg allein nicht reicht.
Schiele ist kein Notnagel, sondern ein Statement. Der 48-Jährige ist die lebende Erinnerung an 2019, als er den Klub als Letzter in die 2. Bundesliga führte. Seitdem versuchten sich zehn Trainer, keiner wurde so geliebt wie der Schwabe mit der rauen Stimme und der Forderung nach Offensiv-Fußball. Am Montag stand er wieder auf dem Trainingsplatz, und die Menge von Schaulustigen war so groß wie bei einem Pokalspiel.

Der erste gegner ist programm
Freitag, 19 Uhr, Stadion am Schönbusch: Viktoria Aschaffenburg. Der Klub, bei dem Felix Magath als Sportvorstand das Sagen hat. Genau der Magath, der Schiele 2020 nach dem Aufstieg ziehen ließ. Das ist kein Zufall, das ist ein Drehbuch. Schiele sagt, er habe „keine Rechnung offen“. Aber jeder in Würzburg weiß: Ein Sieg wäre die schönste Antwort.
Die Saison ist kein Sprint mehr, aber auch kein Marathon. Sieben Spiele, zwölf Punkte Rückstand auf Platz eins. Schieles Auftrag lautet: Tore schießen, Emotionen erzeugen, das Heimspiel gegen den Nordost-Dritten gewinnen. Die Kickers haben mehr Geld in den Kader gesteckt als je zuvor, jetzt soll der Mann es aus ihm herausholen, der schon einmal das Unmögliche schaffte.
Die Fans singen schon wieder „Oh, wie ist das schön“, wenn Schiele aufläuft. Die Frage ist nur, wie lange die Euphorie anhält, wenn der erste Gegentreffer fällt. Denn eines ist klar: In Würzburg wird nicht mehr nur gewinnen – jetzt muss es auch glänzen.
