Wrc kroatien: pajari triumphiert, favoriten scheitern spektakulär!
Ein katastrophaler Freitagmorgen im kroatischen Abschnitt der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) hat die etablierte Ordnung jäh aus den Angeln gehoben. Während ein Duell um die Führung erwartet wurde, präsentierte sich stattdessen ein Überlebenskampf, aus dem der finnische Youngster Sami Pajari als überraschender und unerwarteter Führender hervorging. Die Ausfälle von zwei Top-Fahrern ermöglichten ihm diesen Coup, obwohl er in den letzten Kilometern ordentlich unter Druck stand.
Chaos am start: solberg und evans scheitern
Die Rallye nahm bereits nach wenigen Kilometern eine dramatische Wendung. Oliver Solberg, der bisher eine überzeugende Vorstellung bot, erlitt bereits in der ersten Wertungsprüfung (Vodice - Brest 1) einen schweren Rückschlag. Ein Kontrollverlust katapultierte seinen Toyota abseits der Strecke, und ein Helferteam konnte ihn nicht mehr retten. Ein bitteres Ende für den jungen Schweden.
Nur kurz darauf folgte der Schock: Elfyn Evans, der bis dato die Rallye dominierte, verfehlte aufgrund eines Navigationsfehlers eine Rechtskurve und landete in einer Ausbuchtung. Ein Fehler des Co-Piloten, sei es eine falsch vorgelesene oder falsch interpretierte Note, besiegelte das Schicksal des Welshers und seiner Meisterschaftschancen an diesem Tag. Die Führung des Rennens war abrupt dahin.
Doch das Unglück blieb nicht bei den Titelaspiranten: Jon Armstrong (Ford) erlitt einen Reifenschaden, der ihn schließlich zur Aufgabe zwang, während Adrien Fourmaux mehr als anderthalb Minuten durch einen weiteren Reifenschaden verlor und seine Podiumsambitionen gefährdete.

Pajari im traumland: ein unerwarteter triumph
Sami Pajari ließ sich von den zahlreichen Rückschlägen der Konkurrenz nicht einschüchtern. Im Gegenteil: Er nutzte die Gunst der Stunde und zeigte in der fünften Wertungsprüfung (Vodice - Brest 2) eine beeindruckende Vorstellung auf dem rutschigen Asphalt. Mit einer schnellen und präzisen Fahrweise distanzierte er Katsuta und Neuville und übernahm die Führung.
„Es war ein verrückter Tag“, kommentierte Pajari nach seinem Sieg. „Zu sehen, wie die führenden Fahrer so früh ausfallen, zwingt dich, umzuschalten und intelligenter zu fahren. Morgen wird ein neuer Kampf, aber hier oben zu stehen, ist ein Traum.“

Neuville kämpft, katsuta lauert
Thierry Neuville zeigte in der Nachmittagssession eine starke Aufholjagd, die Pajaris Führung gefährdete. In der anspruchsvollen Wertungsprüfung (Lago Butoniga - Motovun 2) gelang es ihm, wertvolle Sekunden zu gewinnen und Katsuta auf den zweiten Platz zu verdrängen. Seine Offensive setzte sich in der darauffolgenden Wertungsprüfung fort, in der er die schnellste Zeit erzielte und sich nur noch 6,3 Sekunden hinter Pajari positionierte. Doch Pajari konterte mit einer beherzten Leistung in der letzten Wertungsprüfung und behauptete seine Führung. Neuville, sichtlich frustriert über das Verhalten seines Hyundai, klagte über mangelnde Balance des Fahrzeugs.
Währenddessen lauert Katsuta im Hintergrund und könnte womöglich in die Geschichtsbücher des Rallye-Sports eingehen. Mit dieser Leistung könnte der Japaner als erster japanischer Fahrer die Gesamtführung der WRC übernehmen. Bisher war diese Position stets in den Händen von Teams aus Europa oder Amerika.
Die Zwischenstände nach dem ersten Tag zeigen Sami Pajari an der Spitze, gefolgt von Katsuta mit 14,6 Sekunden Rückstand und Neuville mit lediglich 12 Sekunden Rückstand. Die Entscheidung in Kroatien ist noch längst nicht gefallen.
