Woodland kämpft mit psychischen narben – comeback in augusta?
Augusta National. Sonnenschein, perfekte Rasenflächen und Golfspieler in Kurzärmeln – das Bild täuscht. Hinter der Fassade des idyllischen Austragungsortes des Masters liegt eine Geschichte von innerem Kampf und Trauma, die Gary Woodland, den US Open-Sieger von 2019, seit Monaten verfolgt.

Die last der vergangenheit: ein tumor und sein schatten
Woodland, ein Familienvater aus Topeka, Kansas, überwand vor kurzem erfolgreich einen gutartigen Tumor. Doch die körperliche Heilung war nur ein Teil der Herausforderung. Die psychologischen Folgen des Traumas, wie ihm ein Arzt erklärte, manifestieren sich in Form von posttraumatischem Stress. Konkret: Angst. Die Angst, von einem Fan angegriffen zu werden.
Diese Furcht ist so real, dass Woodland sie dem PGA Tour mitgeteilt hat. Das Ergebnis: verstärkte Sicherheitsmaßnahmen und ein persönlicher Begleiter auf dem Platz. Ein Schritt, der ihm vor zwei Wochen half, den Houston Open nach sieben Jahren ohne Sieg zu gewinnen – ein Triumph, der fast unmöglich schien. „Ich habe mit dem Sicherheitspersonal in Augusta gesprochen, genauso wie mit dem Tour“, so Woodland gegenüber der Presse. „Es geht darum zu wissen, wo sie sind. Für mich ist die Sichtbarkeit entscheidend. Wenn ich jemanden sehe, kann ich mich daran erinnern, dass ich sicher bin.“
Die Angst ist omnipräsent. „Ich habe keine Kontrolle, wenn es mich ergreift“, gesteht Woodland. „Es kann ein Ventilator sein, ein Mann mit dem Scorecard, der vorbeigeht, ein Fotograf oder Kameramann, der an meiner Seite rennt – jedes Geräusch aus dem Nichts kann das auslösen.“ Die ständige Präsenz der Sicherheit, das Wissen um ihre Position auf jedem Loch, bietet ihm einen Anker der Ruhe.
Woodland sprach offen über die Panikattacken, die ihn während des Houston Open heimgesucht hatten: „Ich war so hyperwachsam, dass ich die letzten zehn Löcher im Gefühl spielte, als ob jemand mich umbringen wollte.“ Doch die Unterstützung des Sicherheitspersonals des PGA Tour, die er sich erst im vergangenen Jahr zutraute, war entscheidend. „Ich habe alleine gekämpft. Es war schrecklich. Mich umzudrehen und zu wissen, dass ich beschützt bin, ist der einzige Grund, warum ich in Houston gewonnen habe.“
Auch in Augusta wird Woodland anders atmen. „Ich fühle mich besser als vor drei Wochen. Ich wusste nicht, dass der Kampf gegen diese Angst mich stärker machen würde. Mein Team hat mir sehr geholfen, und ich habe eine Schwäche in eine Stärke verwandelt.“
Obwohl die Sicherheit auf Augusta National als eine der besten der Welt gilt, kämpft Woodland weiterhin mit den mentalen Dämonen. „Es ist schwer zu akzeptieren. Ich bin dankbar, dass ich zurückkehren konnte. Die Solidarität, die ich nach meinem Sieg erfahren habe, hat mir sehr geholfen.“
Die Geschichte Gary Woodlands ist ein Mahnmal dafür, dass auch die größten Sportler mit tiefen psychischen Wunden kämpfen können. Und dass die Rückkehr auf den Platz, die Rückkehr zum Leben, manchmal mehr Kraft erfordert als jeder Schlag.
