Woltemade versinkt im mittelfeldchaos – shearer zieht die notbremse
Elf Spiele, null Tore, ein Nationalstürmer im freien Fall. Nick Woltemade bahnt sich nicht nur die Statistik kaputt, er zerreibt sich an einer Rolle, die ihn nach Meinung von Alan Shearer „völlig verloren“ wirken lässt.

Shearer rechnet mit howes systemfrau hart ab
Die Rechnung ist einfach, die Botschaft brutal: 75 Millionen Euro Ablöse, 14 Ballkontakte gegen Everton, kein Schuss, keine Vorlage, kein Durchkommen. „Bei weitem nicht gut genug“, sagt der Rekordtorjäger und legt nach: „Eddie Howe muss sich fragen, wo das Beste aus ihm rauskommt – im Moment ist es nirgends.“ Die Verschiebung ins offensive Mittelfeld, erklärt Shearer im BBC-Studio, zwinge Woltemade in Räume, „die er nicht liest“, und entzieht ihm die letzte DNA seines Spiels: Abschlusskraft im Strafraum.
Die Zahlen untermauern die Krise. In 40 Pflichtspielen fielen zehn Tore, vier Vorlagen – ein Schnitt, der Europa-League-Qualifikationen rechtfertigt, nicht aber einen Champions-League-Achtelfinalisten. Die Tabelle spiegelt den Konflukt wider: Newcastle auf Platz 13, nur drei Punkte über den Abstiegsstrich, während Woltemade zwischen den Linien nach Orientierung sucht.
Was die Lokalpresse übrig lässt, klingt nach einem Epitaph. The Northern Echo: „Er wirkte im Mittelfeld verloren.“ The Chronicle attestiert „keine Wirkung“. Die Überschrift im Stadionprogramm könnte bald lauten: System oder Spieler – wer fliegt zuerst?
Howe schwankt zwischen Loyalität und Notwendigkeit. Gegen Barcelona droht ein Duell mit Araújo und Koundé, das Woltemade in seiner jetzigen Verfassung nur als Statist enden dürfte. Die Alternative: Anthony Gordon links, Isak mittig, Wilson als Joker – und Woltemade auf der Bank. Eine Demütigung für 75-Millionen-Mann? Vielleicht. Aber eine, die der Tabelle wieder Farbe verschaffen könnte.
Die Uhr tickt. Jeder weitere Spieltag ohne Tor schlägt sich in Marktwert nieder, in Ansehen, in künftigen DFB-Einsätzen. Julian Nagelsmann wird die Clips sehen und feststellen, dass sein nomineller Sturmführer in England gerade den Anschluss an die Spitze verliert. Die WM 2026 rückt in weite Ferne, wenn der Sturmzentrum-Mann plötzlich Doppelsechser spielt.
Newcastle steht am Scheideweg: Entweder Howe findet eine Formation, die Woltemade wieder zu dem Machtfuss macht, der den VfB in die Relegation schoss – oder der Verein verkauft im Sommer für deutlich weniger Geld einen Spieler, der nie wirkte wie bestellt. Die Fans singen noch „Wol-ta-made, Wol-ta-made“, doch die Stimmen werden leiser, die Zweifel lauter. Das Tief dauert an. Und es wird gefährlicher, mit jedem Tag, an dem kein Netz zittert.
