Wolfsburg-wunder: kann favre bayern-fluch brechen?
Ein Schock geht durch die Fußballwelt, wenn der VfL Wolfsburg am kommenden Wochenende erneut gegen die Bayern München antritt. Droht der erste Abstieg der „Wölfe“ aus der Bundesliga? Die Erinnerung an den historischen 4:1-Sieg von 2015, ein Abend voller Emotionen und außergewöhnlicher Umstände, wirft einen langen Schatten – und könnte genau das sein, was Wolfsburg jetzt benötigt.
Die geister von 2015: ein abend der trauer und des triumphes
Es war ein Freitag, der 30. Januar 2015. Die Stimmung im Volkswagen-Stadion war gedrückt, geprägt von Trauer um den verstorbenen VfL-Profi Junior Malanda, der kurz zuvor bei einem tragischen Autounfall ums Leben gekommen war. Dennoch, als der Ball rollte, entfesselte sich eine Energie, die selten zu erleben ist. Dieter Hecking, damals Coach der Wölfe, blickt auf diesen Abend zurück, der zu den Höhepunkten seiner Trainerkarriere zählt – und das, obwohl er sein 450. Bundesligaspiel leitete.
Die Bayern, unter Pep Guardiola nahezu unbesiegbar, kamen als haushohe Favoriten. Doch Wolfsburg präsentierte sich von einer ganz anderen Seite. Bas Dost markierte bereits nach vier Minuten mit einem Blitzkonter den Auftakt zu einem denkwürdigen Spiel. „Dosts Blitztor brachte Sicherheit – und entnervte den nun gar nicht mehr übermächtigen Gegner“, schrieb die WAZ damals.
Dost war an diesem Abend in Hochform. Kurz vor der Pause erhöhte er mit einem Volley-Tor auf 2:0, ein Treffer, der die Zuschauer begeisterte. Kevin De Bruyne, noch am Anfang seiner Karriere, krönte die Vorstellung mit einem beeindruckenden Solo und einem weiteren Treffer (3:0). Juan Bernat gelang zwar kurz darauf ein Anschlusstreffer für die Bayern, doch De Bruyne konterte mit seinem zweiten Tor des Abends (4:1).

Ein sieg gegen desolaire giganten – und die lektion für heute
Sieben Bayern-Spieler bekamen von kicker die Note 5, darunter auch Xabi Alonso. Die Fans sangen „Deutscher Meister wird nur der VfL“, und Hecking verkündete: „Der ganze Verein hat gezeigt, dass er nicht der Werksklub ist, der ohne Emotionen durch die Gegend läuft.“ Die Partie sorgte international für Aufsehen. El Mundo feierte: „Wolfsburg im Stile Real Madrids“.
Elf Jahre sind vergangen, und Wolfsburg sehnt sich nach einer Wiederholung. Die Umstände sind anders, das Team hat sich verändert. Doch der Geist von 2015, die unbändige Willenskraft und die Fähigkeit, auch unter Druck außergewöhnliches zu leisten, könnte der Schlüssel zum Erfolggegen die erneuten Bayern sein. Trainer Favre muss diesen Geist wecken. Denn eines ist klar: Die Bayern sind zwar stark, aber Wolfsburg hat bereits bewiesen, dass sie an einem guten Tag jeden schlagen können.
Die Frage ist nicht, ob Wolfsburg den Abstieg vermeiden kann, sondern wie sie es tun wird. Und vielleicht, nur vielleicht, kann der historische Sieg von 2015 als Inspiration dienen – ein Beweis dafür, dass auch in dunkelsten Stunden Wunder geschehen können. Die Erinnerung an diesen außergewöhnlichen Abend mag der Funke sein, der die „Wölfe“ zum Kampf zurückbringt und ihnen die Kraft gibt, den Bayern die Show zu stehlen – und so den Klassenerhalt zu sichern.
