Wolfsburg bricht fluch: 400er-arnold weint nach wildem 2:1 in berlin

Endlich wieder drei Punkte, endlich wieder Hoffnung. Der VfL Wolfsburg hat beim 2:1 in Köpenick den ersten Sieg nach zwölf sieglosen Spielen gefeiert – und Maximilian Arnold seine 400. Bundesliga-Partie für den Klub mit einem Sieg gekrönt. Der Kapitän, der wegen Leistenproblemen nur die Schlussphase mitbekam, kämpfte nach Abpfiff mit den Tränen.

Arnold bricht nach abpfiff das herz heraus

„Die Jungs haben gefightet, wir hatten mal das Glück auf unserer Seite“, stammelte der 31-Jährige sichtlich aufgewühlt. „Wir haben in den letzten Wochen nur auf die Fresse bekommen, dementsprechend bin ich heute sehr stolz auf die Mannschaft.“ Die Erlösung war den Niedersachsen anzusehen, hatten sie doch zuletzt zwölf Pflichtspiele in Folge ohne Sieg bestritten.

Den Grundstein legte Patrick Wimmer, der die Wölfe per traumhaftem Außenrist-Treffer in Führung brachte. Union glich zwar noch aus, doch Kamil Grabara verhinderte in der Schlussphase mit mehreren Glanzparaden den erneuten Klassenerhalt-Rückschlag. „Es war wichtig, dass wir mal wieder ein Erfolgserlebnis hatten“, sagte Wimmer. Die Leistung der letzten Wochen sei „nicht die schlechteste“ gewesen – nur die Ergebnisse stimmten nicht.

Hecking nutzt st. pauli-patzer

Hecking nutzt st. pauli-patzer

Neuer-Trainer-Dieter Hecking feierte seinen ersten Sieg seit der Rückkehr auf die Wolfsburger Bank. „Die Jungs haben in den letzten Wochen Punkte liegen lassen, wo mehr möglich war“, analysierte er. „Daher brauchten wir diesen Erfolg, damit das Vertrauen und das Gefühl des Sieges wieder in die Kabine kommt.“ Ein kleines Geschenk lieferte auch Konkurrent St. Pauli, der am Freitag nur 1:1 gegen Köln spielte und damit die Lücke auf vier Punkte vor dem Relegationsplatz nicht vergrößern konnte.

„St. Pauli hat uns den Gefallen getan, das Spiel nicht nach Hause zu bringen“, so Hecking. Hätten die Hamburger gewonnen, wäre der Rückstand auf sieben Zähler gesprungen – ein kaum mehr aufzuholender Vorsprung. „So hatten wir die Möglichkeit, den Abstand zu verkürzen, sodass wir vier Spieltage vor Schluss immer noch eine theoretische Chance haben“, sagt der Coach. Die Chance auf Rettung über die Relegation.

400 Spiele, ein klub, ein leben

400 Spiele, ein klub, ein leben

Für Arnold ist der Sieg mehr als nur drei Punkte. Der Mittelfeldspieler absolvierte alle seine 400 Bundesliga-Einsätze für den VfL – seit 2011, seit er 15 ist. Nur Matthias Ginter (408) hat unter den aktiven Feldspielern mehr Partien für einen einzigen Verein bestritten. „Es ist schon besonders. Ich würde lügen, wenn ich sage, ich habe alle genossen. Ich genieße es einfach, Bundesliga zu spielen“, sagt er.

Ob er das auch nächste Saison tut, steht auf dem Prüfstand. Wolfsburg bleibt Vorletzter, zwei Punkte hinter dem Relegationsplatz. „Heute war nur der erste Schritt“, weiß Arnold. „Wir stehen mit dem Rücken zur Wand, da muss man Realist sein.“ Doch für einen Tag durften die Wölfe wieder jubeln – und ihr Kapitän weinen. Manchmal ist der Sport eben doch einfach nur schön.