Wolfsburg bangt: relegations-hinspiel endet torlos!

Ein Schock für die Wölfe: Der VfL Wolfsburg hat im Relegations-Hinspiel gegen den SC Paderborn mit 0:0 den entscheidenden Vorteil verpasst. Vor den Augen des VW-Vorstands Oliver Blume wirkte das Team von Trainer Niko Kovac ideenlos und kraftlos – ein Auftritt, der die Alarmglocken in Wolfsburg schrillen lässt.

Der druck steigt unaufhaltsam

Der druck steigt unaufhaltsam

Die Ausgangslage hätte kaum besser sein können: Ein ausverkauftes Stadion, ein nominell besserer Kader und die Hoffnung auf eine mühelose Festigung der Bundesliga-Zugehörigkeit. Doch was auf dem Rasen geschah, entsprach keiner Wunschvorstellung. Paderborn, der Drittplatzierte der Zweiten Bundesliga, präsentierte sich als unangenehmer Gegner und neutralisierte die Wolfsburger Offensivbemühungen im Keim. Die Hypothek für das Rückspiel am Pfingstmontag ist damit gewachsen.

Ein taktischer Schachzug von Kettemann? Der SCP-Trainer Ralf Kettemann schien mit seiner defensiv ausgerichteten Strategie genau den richtigen Ton getroffen zu haben. Das frühe Pressing der Gäste störte den Spielaufbau der Wolfsburger erheblich, und die stabile Defensive vereitelte immer wieder gefährliche Aktionen. Einziger Wermutstropfen für Paderborn: Jonah Sticker wird im Rückspiel aufgrund der Gelb-Roten Karte fehlen.

Die Wolfsburger, die seit 1997 ununterbrochen zur Bundesliga-Familie gehören, hatten in der Vergangenheit bereits mehrfach bewiesen, dass sie in der Relegation bestehen können. Erinnern wir uns an die Erfolge gegen Braunschweig 2017 und Kiel 2018. Doch dieses Mal wirkte das Team verunsichert und fand keine Lösungen gegen die abgebrühte Leistung des Zweitligisten.

Christian Eriksen, der in der Theorie das Spiel der Wölfe lenken sollte, konnte seine Klasse nur ansatzweise unter Beweis stellen. Seine Standards landeten selten im gewünschten Bereich, und die Abstimmung mit seinen Mitspielern ließ zu wünschen übrig. Die Bilanz spricht für die Bundesliga: Seit 2008/09 wurden insgesamt 17 Relegationsspiele ausgetragen, von denen lediglich drei vom Zweitligisten gewonnen wurden. Paderborn selbst hatte bereits 2014 und 2019 den Sprung in die Oberliga geschafft, scheiterte aber jeweils nach nur einer Saison am Klassenverbleib – eine Warnung für die Zukunft?

Die erste Halbzeit verlief von beiden Seiten von zögerlichem Abtasten geprägt. Castaneda vergab für Paderborn eine dicke Chance, während Daghim am anderen Ende des Feldes scheiterte. Die zweite Hälfte brachte keine wesentliche Besserung, sondern lediglich weitere Abstimmungsfehler und Nickligkeiten. Die Wolfsburger schienen unter dem enormen Druck zu leiden, während Paderborn selbstbewusst auf seine Chance wartete. Filip Bilbija verpasste kurz vor Schluss die Führung für die Gäste.

Die Entscheidung über Auf- und Abstieg fällt nun am Pfingstmontag in Ostwestfalen. Für den VfL Wolfsburg geht es darum, die Nerven zu bewahren und die verlorene Klasse zu retten. Paderborn hingegen kann mit einem Remis oder sogar einem Sieg den Traum von der Bundesliga-Rückkehr wahr machen – und damit eine der größten Überraschungen der jüngeren Fußballgeschichte schreiben.