Wölfe würzburg verzichten auf 2. liga: kaderbruch zwingt klub in die knie

Die Wölfe Würzburg ziehen sich zurück. Kein Lizenzantrag für die 2. Handball-Bundesliga, keine Aufstiegsrunde, kein Aufschrei. Der fränkische Traditionsklub reagiert auf den drohenden Kaderkollaps – und wirft damit die Südstaffel der 3. Liga komplett über den Haufen.

Mehrere leistungsträger stehen vor dem karriereende

„Mehrere prägende Spieler“ beenden ihre Laufbahn, heißt es in der Mitteilung. Namen werden nicht genannt, doch die interne Liste ist lang. Zusätzlich schweben Lev Szuharev, Patrick Längst und Anton Beck noch in Abwägung. Wegzug, Rente, Unsicherheit – das Trio war zuletzt Konstante in einem ohnehin bröckelnden Gerüst. Geschäftsführer Johannes Sendelbach spricht offen von „der schwersten Entscheidung der vergangenen Jahre“. Der Klub habe die Wahl zwischen schnellem Verkauf und nachhaltiger Sanierung – und sich für Letzteres entschieden.

Die Konsequenz: ein Jahr ohne Aufstiegsdruck, dafür mit Zeit. Zeit, um Nachwuchsspieler einzubauen, Zeit, um die Sponsorenlandschaft zu diversifizieren, Zeit, um die Coronahilfen endlich vollständig einzutreiben. Denn auch hier hapert es: Teile der staatlichen Unterstützung stehen noch aus, belasten die Kasse, verzögern Planungssicherheit.

Die aufstiegsrutsche rutscht weiter

Die aufstiegsrutsche rutscht weiter

Mit dem Verzicht der Wölfe rückt die 3. Liga Süd ins Wanken. Nach dem Rückzug des TSB Heilbronn-Horkheim fehlen nun zwei Top-Kandidaten für die Qualifikation. SV Salamander Kornwestheim führt das Tableau an, dahin aber wird es eng. SG Pforzheim-Eutingen, TSV Neuhausen/Filder, VfL Pfullingen und HSG Konstanz wittern die Chance auf ein Folge-Ticket – vorausgesetzt sie landen unter den ersten Vier. Reservisten wie HC Erlangen II oder Rhein-Neckar Löwen II sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Fünfter Nachrücker? Fehlanzeige. Die Regel schreibt vor: Die Runde wird kleiner gespielt, nicht größer.

Für die Wölfe bleibt der Blick nach vorn. „Langfristig professionellen Handball in der Region Würzburg anbieten“ – das Credo klingt wie ein Mantra. Doch der Weg dorthin führt erst einmal durch die Provinz der 3. Liga. Kein Drama, kein Siegel auf der Brust. Nur die nackte Erkenntnis: Manch muss man zwei Schritte zurückgehen, um nicht vor die Wand zu laufen.