Wölfe würzburg verlieren drei identifikationsfiguren auf einmal

Es trifft den Verein gleich dreifach. Steffen Kaufmann, Felix Karle und Dominik Schömig – drei Namen, die bei den Wölfen Würzburg für eine ganze Ära stehen – beenden im Sommer ihre aktiven Handballkarrieren. Nicht einer geht. Alle drei gehen. Und das in einem Moment, in dem der Klub ohnehin schon am Scheideweg steht.

Ein abschied, der wehtut

Kaufmann war über Jahre das Gesicht des Würzburger Handballs. Einer, der die Wölfe durch die zweite und die dritte Liga begleitet hat, durch gute Zeiten und durch schlechte. Verletzungen haben ihn in der jüngsten Vergangenheit immer wieder zurückgeworfen – und am Ende war der Körper schlicht nicht mehr bereit, weiterzumachen. Sein Abschied hat nichts Überraschendes, aber er schmerzt trotzdem.

Karle und Schömig sind eine andere Geschichte. Beide sind echte Eigengewächse, geformt in Würzburg, groß geworden mit dem Verein. Solche Spieler entstehen nicht am Fließband. Sie begründen ihr Karriereende schlicht mit der Zeit, die sie jetzt für anderes nutzen wollen. Keine Dramatik, kein großes Abschiedsdrama – nur ein ruhiges, endgültiges Weggehen.

Der verein steckt mitten im umbruch

Der verein steckt mitten im umbruch

Was den Abschied des Trios noch schwerer wiegen lässt: Die Wölfe haben zuletzt keinen Antrag auf die Lizenz für die 2. Handball-Bundesliga gestellt. Das war der erste große Rückschlag. Jetzt folgt der nächste. Innerhalb kürzester Zeit verliert der Klub nicht nur seinen sportlichen Status auf zweiter Liga-Ebene, sondern auch drei Männer, die den Klub über Jahre verkörpert haben.

Umbrüche dieser Dimension sind selten angenehm. Für einen Verein wie Würzburg, der sich über Jahre in den oberen Ligen behauptet hat, bedeutet das einen echten Neuanfang – mit allem, was dazugehört: neuen Gesichtern, neuen Strukturen, neuer Identität. Ob das gelingt, hängt davon ab, was die Verantwortlichen aus dieser Zäsur machen. Die drei, die jetzt gehen, haben ihren Teil längst gegeben.