Menopause: mehr als nur hitzewallungen – die unterschätzte trockenheit
Wer die Wechseljahre erwartet, denkt an Hitzewallungen und Schlafstörungen. Doch viele Frauen kämpfen mit einem oft übersehenen Problem: einer umfassenden Trockenheit, die sich im ganzen Körper bemerkbar macht. Ein Zustand, der das Wohlbefinden massiv beeinträchtigen kann.

Hormonelle veränderungen als auslöser
Experten des renommierten Ästhetikzentrums Germaine Goya in München betonen: Es handelt sich hierbei nicht bloß um altersbedingte Prozesse oder mangelnde Hydratation. Vielmehr sind tiefgreifende hormonelle Umwälzungen schuld, die mit der Perimenopause einsetzen – meist um den 50. Geburtstag herum. Der Rückgang des Östrogenspiegels wirkt sich direkt auf die Fähigkeit des Körpers aus, Gewebe ausreichend mit Feuchtigkeit zu versorgen und zu regenerieren. Die Haut leidet besonders darunter.
Ein Verlust an Kollagen, Hyaluronsäure und natürlichen Lipiden führt dazu, dass die Hautbarriere ihre Schutzfunktion verliert. Frauen berichten plötzlich von einer trockenen, fahlen, empfindlichen Haut mit einem unangenehmen Spannungsgefühl – selbst wenn sie ihre bewährten Pflegeprodukte weiterhin verwenden. Die Haut reagiert gereizt, Rötungen, Juckreiz und ein Gefühl von Wärme können auftreten.
Aber es ist nicht nur die Haut, die unter den hormonellen Veränderungen leidet. Auch das Haar wird anfälliger: Der Östrogenmangel beeinträchtigt den Haarfollikel und reduziert die natürliche Talgproduktion. Das Ergebnis: Trockenes, sprödes Haar, das zudem an Volumen und Dichte verlieren kann. Viele Frauen beschreiben, dass ihr Haar plötzlich gealtert wirkt, obwohl kaum mehr graue Haare hinzugekommen sind.
Ein weiterer, oft unterschätzter Aspekt ist die xerostomie, oder der trockene Mund. Viele Frauen klagen über ein Gefühl von Klebrigkeit im Mund, verstärkten Durst oder sogar Veränderungen im Geschmacksempfinden. Diese Trockenheit kann zudem die Zahnfleischsensibilität erhöhen und zu Zahnproblemen führen.
Auch Hände, Füße und Fersen sind betroffen. Die Elastizität der Haut nimmt ab, die Schutzfunktion verschlechtert sich, was zu Rauheit, Rissen und einer verhärteten Haut führt – ein sichtbares Zeichen dieser Lebensphase. Es ist wichtig zu verstehen, dass das bloße Trinken von Wasser nicht ausreicht, um diese Symptome zu lindern. Die Ursache liegt in den hormonellen und strukturellen Veränderungen, daher sind spezielle Pflegeprodukte und angepasste Routinen unerlässlich.
Germaine Goya erinnert daran, dass viele Frauen die Veränderungen als einen plötzlichen Zeichen des Alterns interpretieren. Tatsächlich sind sie jedoch eine direkte Folge des hormonellen Übergangs. Die Erkenntnis, was im Körper vor sich geht, ist der erste Schritt, um diese Beschwerden effektiv zu behandeln und die Lebensqualität in der Perimenopause und Menopause zu verbessern. Die gute Nachricht: Mit gezielter Pflege und einer bewussten Auseinandersetzung mit den eigenen Bedürfnissen lässt sich viel erreichen.
