Wnnba-knatsch beigelegt: stars jubeln über milliarden-deal – saisonstart gerettet
Die drohende Spielersperre ist abgewendet. Nach zehnmonatigem Poker einigten sich die WNBA und ihre Spielergewerkschaft mündlich auf einen neuen Tarifvertrag – nur 49 Tage vor dem ersten Sprungball der 30. Saison.
Die Großen kamen zusammen in Midtown Manhattan. Cathy Engelbert, die Liga-Commissioner, trat vor die Mikrofone. Hinter ihr: Terri Carmichael Jackson, Nneka Ogwumike, Breanna Stewart – das Who-is-Who der besten Liga der Welt. Keiner sprach von Boykott mehr. Stattdessen klang es wie nach einer Siegesansprache.

Warum der deal neue massstäbe setzt
Die Zahlen bleiben unter Verschluss, aber drei Quellen aus dem Verhandlungszimmer plauderten: Die Gehaltsobergrenze steigt um 53 Prozent, die Mindestgehälter rutschen auf 180 000 Dollar – ein Plus von fast 70 Prozent. Dazu kommt ein Reiseupgrade: Flüge in Economy Plus, eigene Hotelzimmer, keine Doppelbelegung mehr. Ein Business-Class-Sitz für die Sportlerin, die im Economy kämpfte.
Die Saisonplanung bleibt unangetastet. Vorbereitungsspiele starten am 25. April, die reguläre Saison am 8. Mai. Die Fans können durchatmen, die Spielerinnen ebenfalls. „Wir haben verhindert, dass erneut ein Sommer verbrannt wird“, sagte Stewart, noch mit Play-off-Tape an den Fingern. Die Ironie: Erst vor neun Monaten zogen die Liberty den Titel nach New York – und mussten danach um ihre Reisekosten streiten.
Die formelle Ratifizierung läuft bis 5. April. Aber die Stimmung ist klar: Die WNBA kauft sich mit diesem Paket Glaubwürdigkeit. Private Flights? Fehlanzeige. Aber ein Schritt, der die Liga aus dem Nischendasein katapultiert – zumindest finanziell.
Engelbert sprach von „Vorreiterrolle im Frauensport“. Das klingt nach Marketing, ist aber Realität. Keine andere Profiliga in den USA hat in so kurzer Zeit so viel Geld in die Hand genommen. Die NBA schaut interessiert: Wenn die Frauen das durchziehen, wird der Druck auf die Männer größer. Der Collateral Damage: College-Trainer wittern neue Gehaltsspiralen, Sponsoren rechnen mit steigenden Preisen.
Die Spielerinnen kehren zurück aufs Feld. Die Fans behalten ihre Tickets. Und die 30. Saison? Die wird nicht nur ein Jubiläum, sondern die erste, in der die Stars wissen: Ihre Pause zahlt sich aus – im wahrsten Sinne des Wortes.
