Wnba schlägt kapital ein: millionendeals für topstars ab mai
Die WNBA legt sich die Schere an den eigenen Regeln. Neue Gehaltsgrenzen, Umsatzbeteiligung, Millionendeals – der neue Tarifvertrag wirft das klassische Frauen-Basketball-Modell über den Haufen.
Warum der streit fast zu spät endete
Erst drohte eine Saison-Pleite, dann ein Handshake in Midtown Manhattan. Drei Tage nach der mündlichen Einigung zwischen Liga und Spielergewerkschaft WNBPA steht fest: Der bisherige Salary Cap von 1,5 Millionen Dollar pro Team springt auf 7 Millionen. Sofort. Mit Saisonbeginn am 8. Mai. Keine Staffelung, kein sanftes Anlaufen – ein Knall, der die Payroll der Minnesota Lynx, Las Vegas Aces und Co. fast verfünffacht.
Die Maximalgehälter? 1,4 Millionen Dollar pro Star. Das klingt nach NBA-Kleingeld, ist aber ein historischer Satz im Frauensport. Zum ersten Mal kann eine WNBA-Spielerin allein mit dem Court-Einkommen in die siebenstellige Liga aufsteigen – ohne Schuhpimper, ohne Podcast-Nebenjob.

Umsatzbombe mit ticking
Der Clou steckt in der sogenannten „unbegrenzten Verdienstmöglichkeit“. Ab 2026 koppelt sich das Gehaltshoch nicht nur an Inflation, sondern an das Umsatzwachstum von Liga und Teams. Wenn die Einnahmen steigen, steigt mit einem Federstrich auch die Lohnobergrenze – kein Fixum, ein lebendes Konstrukt. Cathy Engelbert nennt das einen „Meilenstein“, nachdem sie monatelang als „fahrlässig“ beschimpft wurde. Napheesa Collier, die Stimme der Rebellion, schwenkte nach dem Deal die weiße Fahne – und Breanna Stewart kriegt neben dem Ring endlich auch die Kasse.
Der Vertrag läuft sieben Jahre. Länger als jedes vorherige Abkommen. Das schützt Investoren, beruhigt TV-Partner und gibt den Spielerinnen Planungssicherheit bis 2033. Die Ratifizierung gilt als Formsache; die Stimmung in der Lobby war euphorisch, nicht verhandlungsbereit.

Der preis der macht
Doch es gibt ein Zugeständnis: Die Liga erhält im Gegenzug mehr Kontrolle über Marketingrechte, Reisezeitregelungen und mediale Auftritte. Ein klassischer Tausch – Geld gegen Freiheit. Ob sich das für die einzelne Athletin rechnet, zeigt sich erst, wenn die ersten Schecks eingelöst werden.
Fakt ist: Mit einem Federstrich verwandelt sich die WNBA vom prekären Nebenjob in einen lukrativen Lebensunterhalt. Die nächste Generation wird nicht mehr zwischen Europacup-Gehältern und WNBA-Träumen wählen müssen. Die bestenSpielerinnen der Welt können künftig zu Hause bleiben – und trotzdem reich werden. Das ist keine Revolution. Das ist einfach späte Gerechtigkeit.
