Wm-vorrunde vorbei: südafrika schockiert, neuendorf begeistert!
Die Fußballwelt staunt: Nach 72 Spielen der WM-Vorrunde ist es endlich soweit – die K.o.-Phase nimmt Fahrt auf. Doch das erste Sechzehntelfinale zwischen Südafrika und Kanada offenbarte mehr Langeweile als Spannung, während DFB-Präsident Neuendorf beim Baseball für Furore sorgte.
Ein fußballspiel zum gähnen?
72 Partien in etwas mehr als zwei Wochen – das ist ein Marathon, der die Zuschauer auf die Probe stellt. Das Spiel Südafrika gegen Kanada, das einzige am Sonntag, wirkte dabei wie der Höhepunkt der Ermüdung. Wer sich das Spektakel noch einmal ansehen möchte, sollte es unbedingt in doppelter Geschwindigkeit tun, um die Tortur zu verkürzen. Es war Fußball, der das Abgewöhnen drohen ließ.
Kanada, angetrieben von Jesse Marsch, dem amerikanischen Trainer, ging schlussendlich mit 1:0 durch einen Lucky Punch in der 92. Minute als Sieger hervor. Marsch sah darin eine „Inspiration“ für sein Team – ein Lob, das angesichts der vorherrschenden Tristesse etwas übertrieben wirkte.

Mangelnde power und tempo
Hugo Broos, der südafrikanische Trainer, sprach offen über die fehlende „Power und Tempo“ seiner Mannschaft. Er führte dies auf die mangelnde Qualität der südafrikanischen Premier Soccer League zurück, wo 19 von 26 Spielern im Kader normalerweise in der dritten Liga kicken. Eine WM sei zwei Stufen höher anzusiedeln, so Broos – eine bittere Erkenntnis für das ausgeschiedene Team.

Baseball-debüt des dfb-chefs
Während auf dem Rasen die Langeweile triumphierte, sorgte DFB-Präsident Bernd Neuendorf für einen überraschenden Auftritt. Er war eingeladen, beim Spiel der Boston Red Sox gegen die New York Yankees den „Ceremonial First Pitch“ zu werfen – eine Ehre, die in der Major League Baseball bei jedem Heimspiel vergeben wird. Neuendorf meisterte die Aufgabe mit Bravour und zeigte, dass er auch abseits des Fußballplatzes einiges zu bieten hat. Ein Kontrast, der ins Auge sticht: Während das Fußballspiel enttäuschte, brillierte der DFB-Präsident auf dem Baseballfeld.
Die WM geht weiter, aber Spiel Nummer 73 wird in Erinnerung bleiben – nicht als sportliches Highlight, sondern als Paradebeispiel für das, was passiert, wenn zu viel Fußball auf einmal auf den Zuschauer einprasselt.
