Wm-test in basel: 108 jahre deutscher schweiz-angst und die 54. rechnung
Basel wird zum Startschuss. Am Freitag (20.45 Uhr) betritt die deutsche Nationalmannschaft das St.-Jakob-Park – und trifft damit auf ihren Lieblingsfeind. 54 Mal haben DFB-Kicker die Schweiz bereits gezeichnet, häufiger als jede andere Nation. Die Bilanz? 36 Siege, 8 Remis, 10 Niederlagen. Doch die Zahlen lügen. Die letzten beiden Duelle endeten 1:1 und 3:3, und beide Male jubelten die Eidgenossen lauter.
Warum die schweiz für den dfb ein kleiner albtraum ist
Die Geschichte beginnt 1908 mit einer 5:3-Klatsche in Basel. Seitdem folgten Drama um Drama. Denken wir an das 3:3 im September 2020, als Mario Gavranović in der 90. Minute einköpfte und Löws Team kurz vor der EM zitterte. Oder an das 1:1 im Oktober 2012, als die Schweizer mit einer B-Elf in Köln einen Punkt raubten. Die Statistik mag deutscher Freund, das Gefühl ist es nicht.
Jetzt kommt Murat Yakin. Der 48-Jährige trainierte einst RB Leipzig, bevor er in Basel Meister wurde. Er kennt deutsche Taktik, deutsche Nerven. Sein Rekordspieler heißt nicht Xherdan Shaqiri, sondern Heinz Hermann (118 Länderspiele). Das wissen nur echte Fussball-Verrückte. Genau wie die Tatsache, dass Yakin selbst 49 Mal für die Nati auflief – und dabei 1998 in Stuttgart das 1:0 gegen Deutschland erzielte.

Welche fragen das quiz wirklich stellt
Neun Fragen, keine Gnade. Wer schoss das späte 3:3 im letzten Duell? Welcher Bundesliga-Coach einst in der Schweiz Banker war? Wie viele Tore fielen in den 54 Spielen insgesamt? Die Antworten sind keine Pub-Quiz-Gags, sondern kleine Spiegel der footballigen Seele. Wer alle neun Lösungen kennt, darf sich in der TSV Pelkum-Kantine einen Freibier ausgeben. Versprochen.
Doch hinter dem Spaß steckt ein Ernst. Hansi Flick will nach dem 2:1 gegen Peru endlich wieder einen Sieg, bevor es nach Katar geht. Die Schweiz bietet sich an als Gradmesser. Sie spielt wie immer mit dem Messer zwischen den Zähnen, mit Sicherheit, mit Konter. Und sie hat nichts zu verlieren. Für die DFB-Elf ist das Spiel ein Test, für die Nati ein kleines Finale.
Die Uhr tickt. In 63 Tagen beginnt die WM. Flick hat noch zwei Spiele, um sein Team zu schleifen. Gegen Ghana folgt am Dienstag der nächste Prüfstand. Doch zählt nur Basel. Wer dort gewinnt, reist mit Rückenwind. Wer verliert, muss wieder von Null beginnen. Die Schweiz wartet schon. Und die 54. Rechnung ist noch offen.
