Wm-schock in seattle: ägypten patzt, iran bangt um k.o.-runde
Seattle – Dramatik pur im letzten Gruppenspiel der Fußball-WM: Ägypten verpasst trotz eines späten Treffers den Gruppensieg gegen den Iran, während die Iraner um den Einzug in die K.o.-Phase bangen müssen. Ein abseitsverdächtiger Treffer in der Nachspielzeit raubte ihnen den Sieg, und so bleibt die Ungewissheit bestehen, ob die Reise für das Team von Amir Ghalenoei weitergeht.

Ein „pride match“ voller spannung und kontroversen
Das Spiel in Seattle war von Anfang an von besonderer Bedeutung. Ausgerichtet als „Pride Match“ zur Unterstützung der LGBTQI+-Community, sorgte die Paarung bereits vor dem Anpfiff für Diskussionen zwischen den beiden Fußballverbänden. Beide Trainer, Hossam Hassan und Amir Ghalenoei, betonten jedoch, dass sie sich voll und ganz auf das Spiel konzentrieren würden – und das Feuerwerk auf dem Platz ließ nicht lange auf sich warten.
Mahmoud Saber brachte Ägypten bereits in der fünften Minute in Führung, doch der Iran konterte nur wenige Augenblicke später durch Ramin Rezaeian. Der Treffer aus spitzem Winkel war sehenswert und hielt die Partie in Balance. Ein weiterer Knackpunkt: Mohamed Abdelmonem verursachte einen Elfmeter, den Mehdi Taremi jedoch an Torwart Mostafa Shoubeir scheiterte. Bitter für Ägypten: Abdelmonem verletzte sich schwer bei der Aktion und musste das Feld verlassen.
Ein abseitsverdächtiger Treffer in der Schlussphase katapultierte die Iraner kurzzeitig in die Euphorie, doch die Freude währte nur kurz. Der Treffer wurde nach Videobeweis aufgrund einer knappen Abseitsposition nicht gegeben. Die Iraner drängten in den letzten Minuten auf die entscheidende Torerfolg, doch der Ball wollte einfach nicht ins Netz.
Ägypten, das bereits vor dem Spiel feststand, dass die Gruppenphase überstanden wird, trifft am Freitag in Dallas auf Australien. Für die „Pharaonen“ ist es die zweite K.o.-Spiel-Teilnahme bei einer WM – nach 1934, als das Turnier bereits im Achtelfinale begann. Der Iran muss sich nun gedulden und hoffen, dass die drei Punkte ausreichen, um als Tabellendritter in die K.o.-Phase einzuziehen.
Die Taktik des ägyptischen Trainers Hassan, Marmoush zunächst auf der Bank zu lassen, offenbarte eine gewisse Vorsicht. Obwohl die Mannschaft Druck ausübte, fehlte es letztendlich an der nötigen Durchschlagskraft, um den Sieg gegen einen kämpferisch starken Iran zu erringen. Ein Unentschieden, das beide Mannschaften letztlich nicht zufriedenstellt.
Die Entscheidung über das Weiterkommen der Iraner wird nun von den Ergebnissen der anderen Spiele abhängen. Die Spannung ist kaum auszuhalten – der Traum vom historischen Einzug in die K.o.-Phase hängt am seidenen Faden.
