Wm-pause: tv-sender kassieren ab – spieler profitieren auch
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada verspricht nicht nur packende Duelle auf dem Rasen, sondern auch ein lukratives Geschäft für die Fernsehsender. Ein neues Regelwerk sieht dreiminütige Trinkpausen pro Halbzeit vor, die den Übertragern ungeahnte Möglichkeiten zur Monetarisierung eröffnen.

Exklusive werbeblöcke im millionenbereich
Während die Spieler durch die erzwungenen Pausen die Möglichkeit erhalten, sich zu erfrischen und kurz durchzuatmen, springen die Sender auf den Bandwagon. Das ZDF beispielsweise bietet „Exklusivblöcke für maximale Präsenz“ an, die ganze 90 Sekunden im Vollbild umfassen. Die ARD kontert mit einem „Cooling Break Paket“. Die Preise für Werbeplatzierungen in diesen Pausen sind schwindelerregend: Schon für eine Sekunde bei Spielen, die nicht in deutscher Sprache übertragen werden, werden bis zu 1.200 Euro fällig – und das für Spots, die mindestens 15 Sekunden dauern müssen, umgeben von auffälligen Bumpern und den bekannten Mainzelmännchen.
Die Summen sind beachtlich, doch es gibt auch Einschränkungen. Laut Rundfunkstaatsvertrag dürfen ARD und ZDF ihre Werbesendungen nur bis 20 Uhr ausstrahlen. Da viele WM-Spiele aufgrund der Zeitverschiebung zu späteren Stunden stattfinden, stellt dies eine Herausforderung dar. Dennoch zeigen beide Sender insgesamt 60 Partien im Free-TV, dank einer Sublizenz, die sie von der Deutschen Telekom erworben haben – Magenta TV überträgt alle 104 Spiele live.
Die Trinkpausen, die bereits bei der Klub-WM im vergangenen Sommer erprobt wurden, stellen einen cleveren Schachzug dar. Sie bieten den Sponsoren eine neue Plattform, um ihre Botschaften zu verbreiten, während die Zuschauer vorübergehend unterhalten werden. Doch die Frage bleibt, ob diese Kommerzialisierung nicht zu weit geht und den sportlichen Fluss unnötig unterbricht. Die zunehmende Vermarktung des Fußballs könnte langfristig die Akzeptanz bei den Fans schmälern – eine Rechnung, die die Sender und Verbände im Auge behalten sollten.
