Wm-küche: schmaus' kulinarische strategie für die nationalspieler
Während die deutsche Fußballnationalmannschaft auf dem Weg zum WM-Titel steht, sorgt Küchenchef Anton Schmaus im Hintergrund für die optimale Verpflegung. Doch was landen wirklich auf den Tellern der Stars, und welche kulinarischen Ausrutscher sind erlaubt? Der Sternekoch plaudert exklusiv über die geheimen Rezepte und die strengen Regeln der WM-Küche.
Cheat-days und soulfood für die fußballhelden
Es ist ein Irrtum, Anton Schmaus als den strengen Aufpasser der Nationalspieler zu sehen. „Ich bin kein Diktator am Herd“, grinst der DFB-Küchenchef im Gespräch mit der Abendzeitung. „Am Tag nach dem Spiel darf man schon mal einen Cheat-Day einlegen. Wenn sie Lust auf Pizza haben, dann sollen sie Pizza essen. Das schadet dem Trainingsplan nicht.“ Diese Flexibilität wird offenbar geschätzt, denn die Spieler sollen sich wohlfühlen und ihre Leistung optimal abrufen können.
Doch bevor die Pizza in den Ofen wandert, gibt es strategisch geplante Mahlzeiten. „Direkt nach dem Spiel haben wir Schnitzel auf der Karte – das ist schon ein bisschen Soulfood, trotzdem hochwertig und gut gekocht“, verrät Schmaus. Alternativ stehen Zwetschgenknödel mit Vanilleeis als süße Versuchung bereit. Und was die Vorlieben einzelner Spieler angeht, so ist man auch da auf der Hut. Jamal Musialas geliebte Maultaschen oder die bei allen Stars beliebte Sucuk-Pizza werden im Laufe des Turniers ebenfalls angeboten.

Rituale und strenge regeln: was auf keinen fall auf den tisch darf
Der Spieltag selbst folgt einem strengen Protokoll. „Das ist stark ritualisiert, da gibt es keine Experimente“, betont der seit 2017 für den DFB kochende Schmaus. Stattdessen gibt es eine bewährte Routine: „Im Prinzip gibt es immer das Gleiche: die sehr beliebte Pasta Bolognese an unserer Pasta-Station. Zudem gegrilltes Hühnchen, pochierten Fisch, als Nachtisch Milchreis und Grießbrei mit Apfelmus, Zimt und Zucker und jetzt im Sommer auch Kirschkompott.“
Aber es gibt auch klare Grenzen. „Alle Dinge, die irgendwie dopingrelevant wären, sind tabu“, warnt Schmaus. „Zum Beispiel Mohn. Mohnsamen können Spuren von Morphin und Codein enthalten – starke Schmerzmittel, die auf der Verbotsliste der Wada stehen.“ Hier wird kein Risiko eingegangen, denn die Gesundheit der Spieler hat oberste Priorität.

Der ultimative triumph: ein festmahl zweitrangig
Sollte der Traum vom WM-Titel wahr werden, was alle hoffen, dann wird die Verpflegung wohl in den Hintergrund treten. „Wenn wir es schaffen, was wir uns alle wünschen, dann ist das Essen nicht mehr entscheidend, sondern absolut zweitrangig“, schmunzelt Schmaus. Im Moment zählt nur eins: die Leistung auf dem Platz. Und dafür sorgt er mit seiner kulinarischen Expertise indirekt mit.
