Wm-generalprobe liefert premieren und pannen: englands remis, oranje siegt
London schluckt, Amsterdam jubelt. Die letzte Länderspielrunde vor der WM liefert das volle Programm: ein spätes Uruguay-Penalty, das Englands Siegpläne zerreißt, eine österreichische Goal-Gala und Oranjes Comeback nach Rückstand. Der Countdown läuft – und einige Teams müssen noch zulegen.
White trifft, verhaut, kassiert – das englische dilemma im mikrokosmos
81. Minute, Wembley. Ben White nickt nach Corner-Pingpong zur Führung – sein erstes Länderspieltor nach 1 000 Tagen Selbst-Exil. 180 Sekunden später bringt er Federico Viñas zu Fall, VAR greift ein, Federico Valverde verwandelt. 1:1, Punkt. Thomas Tuchel stand mit verschränkten Armen da, als hätte ihm jemand den Kaffee umgeschüttet. Die Lehre: Eine Elf, die den Titel will, darf sich nicht auf ein einziges Gesicht verlassen – schon gar nicht auf Harry Maguires Doppel-Retter in der 92.
Fikayo Tomori durfte 69 Minuten lang beweisen, dass er links wie rechts mitspielen kann. Dominic Solanke und Calvert-Lewin dagegen wirkten wie Platzhalter für einen Kane, der erst gegen Japan wieder dabei ist. Phil Foden? Technisch sauber, aber ohne Biss – ein Mercedes mit Handbremse.

Oranje dreht den schalter, dfb-kids liefern krimi in basel
Ohne Erling Haaland legte Norwegen los wie die Feuerwehr – Schjelderup traf früh. Virgil van Dijk köpfte den Ausgleich, Tijjani Reijnders schob nach der Pause den Siegtreffer ein. 2:1, Arbeitssieg, aber Louis van Gaal lässt seine Sekretärin schon mal die Flugzeit nach Dallas checken.
Die deutsche U21-Version spielte in Basel Theater: vier Tore in 45 Minuten, Florian Wirtz mit Doppelpack und der kalten Dusche durch Monteiro – ehe er postwendend das 4:3 nachlegte. Ein Lehrstück: Wer nachlässt, wird bestraft – auch von der Nati, die eigentlich nur Gastgeber sein wollte.

Spanien serviert drei-gänge-menü, austria verputst ghana
La Roja ließ Serbien keine Chance: Oyarzabal mit zwei Herztreffern vor der Pause, Muñoz mit dem Schlusspunkt. 3:0, aber Luis de la Fuente warnt trotzdem vor Übermut – „Wir haben noch 100 Tage, nicht 100 Prozent.“
Das Team mit dem höchsten Sieg kommt aus Wien: 5:1 gegen Ghana. Sabitzer per Elfmeter, Gregoritsch mit dem Kopfball-Knaller, Chukwuemeka mit dem Solo. Für Otto Addo ein Schlag ins Kontor, für Ralf Rangnick ein Schmunzeln – seine Austria spielt sich gerade von Außenseiter zum Geheimtipp.
Die WM ist noch drei Monate entfernt, doch die Tonspur ist schon aufgenommen. Wer jetzt stolpert, darf im Sommer nicht jammern. Und England? Die Three Lions reisen mit offenen Fragen – und einem White, der plötzlich wieder mitten im Rätsel steht.
