Wm-boykott ausgeschlossen: deutsche regierung hält an teilnahme fest
- Kein boykott der fußball-wm 2026 – berlin signalisiert klarheit
- Außenpolitische erwägungen als begründung
- Debatte ausgelöst durch dfb-vizepräsident göttlich
- Göttlich: sport funktioniert nicht im reagenzglas
- Dfb-präsident neuendorf distanziert sich von boykott-forderung
- Mögliche konsequenzen eines boykotts
- Hintergrund der debatte: politische zustände in den usa
Kein boykott der fußball-wm 2026 – berlin signalisiert klarheit
Die Bundesregierung hat sich klar gegen einen Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ausgesprochen, die maßgeblich in den USA stattfinden wird. Sport-Staatsministerin Christiane Schenderlein (CDU) betonte, dass ein Boykott für Deutschland derzeit keine Option darstelle. Diese Entscheidung wurde innerhalb des Bundeskabinetts getroffen.

Außenpolitische erwägungen als begründung
Schenderlein begründete die Haltung der Regierung mit der deutschen außenpolitischen Linie gegenüber den USA. Sie betonte, dass der Sport nicht instrumentalisiert werden dürfe, um politische Ziele zu verfolgen. Zudem findet die WM nicht ausschließlich in den Vereinigten Staaten statt, sondern auch in Kanada und Mexiko. Die letztendliche Entscheidung liegt jedoch beim DFB, dessen Autonomie respektiert werden müsse.

Debatte ausgelöst durch dfb-vizepräsident göttlich
Die Diskussion um einen möglichen Boykott war durch Oke Göttlich, Präsident des FC St. Pauli und Vizepräsident des DFB, angestoßen worden. Göttlich hatte die Frage aufgeworfen, ob eine Teilnahme an der WM in Anbetracht der politischen Lage in den USA vertretbar sei. Er mahnte, dass das Thema nicht einfach ignoriert werden könne.

Göttlich: sport funktioniert nicht im reagenzglas
Göttlich hatte zuvor in der Sportschau geäußert, er rate angesichts der aktuellen Situation davon ab, zur WM zu reisen. Er betonte, dass der Fußball nicht im Labor entstehen könne und eine Auseinandersetzung mit den politischen Umständen notwendig sei. Seine Aussagen hatten eine breite öffentliche Debatte ausgelöst.

Dfb-präsident neuendorf distanziert sich von boykott-forderung
DFB-Präsident Bernd Neuendorf hatte sich bereits zuvor klar von Göttlichs Forderung distanziert und einen Boykott ausgeschlossen. Er betonte die verbindende Kraft des Sports und verwies auf die sportpolitischen Konsequenzen eines solchen Schrittes. Das Präsidium des DFB bestätigte diese Haltung in einer Sitzung am Freitag.

Mögliche konsequenzen eines boykotts
Ein Boykott durch den DFB hätte finanzielle und sportliche Konsequenzen haben können. Neben einer potenziellen Geldstrafe durch die FIFA drohte auch der Ausschluss von zukünftigen Turnieren. Für den deutschen Fußball wären zudem finanzielle Einnahmen und die Möglichkeit zur Stärkung des Images in einem wichtigen Wachstumsmarkt verloren gegangen.

Hintergrund der debatte: politische zustände in den usa
Die Debatte um einen möglichen Boykott wurde durch die politische Lage in den USA befeuert. Insbesondere die Politik von Donald Trump, seine Einwanderungspolitik und seine Angriffe auf demokratische Strukturen, stießen auf Kritik. Die Bundesregierung hatte bereits ihre Reisehinweise für die USA angepasst.
