Wm 2026: völler äußert sich zur gewalt in mexiko – boykott ist keine option
Sorge um die wm in mexiko: völler reagiert auf eskalation
Rudi Völler, Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), hat sich besorgt über die jüngste Gewalteskalation in Mexiko geäußert. Rund vier Monate vor dem Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft 2026, die gemeinsam mit den USA und Kanada ausgetragen wird, sieht Völler die Situation im Co-Gastgeberland mit großer Sorge. Die Ereignisse, ausgelöst durch die Tötung des Drogenbosses Nemesio „El Mencho“ Oseguera Cervantes, werden als „erschreckend“ bezeichnet.

Gewaltwelle erfasst weite teile mexikos
Nach der Festnahme
von „El Mencho“ durch das mexikanische Militär ist es in 20 der 32 mexikanischen Bundesstaaten zu Ausschreitungen gekommen. Schulen und Gerichte blieben in mehreren Regionen am Montag geschlossen. Besonders betroffen ist der Bundesstaat Jalisco, in dem sich die WM-Stadt Guadalajara befindet. Die Sicherheitslage ist angespannt und wirft Fragen nach der Austragung von Spielen in der Region auf.Völler gegen einen wm-boykott
Trotz der besorgniserregenden Entwicklung lehnt Völler einen Boykott der WM kategorisch ab. Er verweist auf seine Erfahrungen aus der Vergangenheit, als es bereits zu Boykottaufrufen bei den Olympischen Spielen 1980 in Moskau und 1984 in Los Angeles aus politischen Gründen kam. „Es ist sinnlos, das zu diskutieren. Es bringt nichts und du schadest nur den Athleten“, betonte er während der dpa-Chefredaktionskonferenz in Berlin.
Erinnerungen an frühere boykotte
Völler erinnert daran, dass Boykotte in der Vergangenheit keine positiven Ergebnisse gebracht haben. Er argumentiert, dass ein Boykott die Athleten bestrafe, die nichts für die politischen Umstände können. „Ich war schon immer gegen einen Boykott, weil es halt nichts bringt“, so der DFB-Sportdirektor. Er sieht die WM als eine Chance, den Sport als Brücke zu nutzen, anstatt sie durch politische Aktionen zu gefährden.
Fokus auf den fußball vor ort
Völler möchte, dass sich die Nationalmannschaft auf das sportliche Geschehen konzentrieren kann. „Wir sind vor Ort, um Fußball zu spielen“, erklärte er. Er räumt ein, dass politische Themen diskutiert werden können, aber nicht unmittelbar vor einem Spiel. „Es gibt keine Maulkörbe, jeder kann seine Meinung sagen und kann auch Dinge kritisch sehen, aber nicht am Tag vor dem Spiel“, ergänzte der Weltmeister von 1990.
Weitere konfliktherde und debatten
Die Debatte um einen möglichen WM-Boykott war bereits zuvor entfacht worden, insbesondere aufgrund des Vorgehens der US-Einwanderungsbehörde ICE gegen Migranten und der umstrittenen Besitzansprüche von US-Präsident Donald Trump auf Grönland. Diese Themen hatten ebenfalls zu Empörung und Boykottforderungen geführt. Der DFB betont jedoch, dass der Fokus auf dem sportlichen Wettbewerb liegen sollte.
