Wm 2026: stimmungslage in den gastgeberländern – von euphorie zu misstrauen
Die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika verspricht, ein Spektakel in Gänze zu werden. Doch während die Vorfreude in einigen Regionen bereits auf Hochtouren läuft, zeichnet sich in anderen ein deutlich getrübteres Bild ab. Ein Blick auf die Stimmungslage in den USA, Mexiko und Kanada offenbart ein facettenreiches Panorama.
New york: ticket-frust und preisabsurdität
In New York City herrscht zwar eine gewisse Aufbruchsstimmung, doch diese wird von der Realität der Ticketpreise und der allgemeinen Kommerzialisierung des Events überschattet. Während spontane Straßenfeste und ausgelassene Stimmung rund um den Times Square für kurzzeitige Höhepunkte sorgen, kontert die desolate Preispolitik der FIFA. Eine einfache Fahrt mit dem Fan-Zug kostet bereits 98 Dollar, und ein Parkplatz in der Nähe der Stadien schlägt mit satten 220 Dollar zu Buche. Ein Hot Dog für 14 Dollar und ein Burger mit Softdrink für 21 Dollar runden das Bild ab. So wird die WM für viele Fans zur unerschwinglichen Nebensächlichkeit.

Mexiko: fußballfieber und kolumbianische lebensfreude
Im krassen Gegensatz dazu steht Mexiko, wo die Fußballbegeisterung auf dem Höhepunkt ist. Die Spiele im Aztekenstadion waren bisher die stimmungsmäßigen Highlights des Turniers, nicht zuletzt dank der unermüdlichen Unterstützung der mexikanischen und kolumbianischen Fans. Das Land ist in Grün getaucht, und die emotionalen Geschichten, wie die des kleinen Santi, der sich mit einem Weihnachtspulli als Fan verkleidete, berühren Millionen. Der Junge wurde von einem Fernsehsender eingeladen und erhielt ein echtes Trikot – ein Symbol für die verbindende Kraft des Fußballs.

Kanada: hoffnungsschimmer und eishockey-dominanz
Auch Kanada zeigt sich von der WM begeistert, wenn auch in etwas geringerem Maße als Mexiko. In Toronto und Vancouver füllen sich die Bars mit Fans, die die Spiele verfolgen. Im Gegensatz zu den USA herrscht hier eine spürbare Fußballkultur. Die Herausforderung besteht darin, den Sport aus dem Schatten des Eishockeys zu heben, der im Land des Ahornsirups unangefochtene Nummer eins bleibt.

Atlanta: ein milliardär setzt auf fanfreundlichkeit
Ein Lichtblick gibt es in Atlanta, wo der milliardenschwere Unternehmer Arthur Blank aktiv gegen die Wucherpreise der FIFA kämpft. Dank seiner Initiative sind Bier und Burger deutlich günstiger, was den Fans eine spürbare Erleichterung verschafft. Ein Zeichen dafür, dass auch in der Kommerzialisierung des Fußballs noch Raum für Fanfreundlichkeit ist.
Die WM 2026 ist somit ein Spiegelbild der unterschiedlichen Kulturen und Mentalitäten in Nordamerika. Während in einigen Regionen der Fokus auf Profit und Kommerz liegt, wird an anderen Orten die Leidenschaft für den Fußball und die Gemeinschaft großgeschrieben. Ob diese Vielfalt letztendlich zu einem unvergesslichen Turnier führen wird, bleibt abzuwarten. Aber eines ist sicher: Die Stimmungslage ist alles andere als eintönig.
