Wm 2026: iran kritisiert usa – botschaft spricht von diskriminierung
Ein diplomatischer Schlagabtausch überschattet die Vorbereitungen für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026: Die iranische Nationalmannschaft sieht sich durch die US-Behörden diskriminiert, nachdem der Botschafter Tom Barrack die Visa-Erteilung bestätigt hatte. Die Situation droht, die ohnehin angespannte Lage zwischen den beiden Ländern weiter zu verschärfen.

Die vorwürfe aus teheran: willkürliche behandlung
Die iranische Botschaft in der Türkei reagierte scharf auf Barracks Äußerungen und twitterte: „Sie haben die willkürliche und diskriminierende Behandlung des iranischen Teams auf die höchste Stufe gehoben.“ Der Vorwurf richtet sich gegen die Verweigerung von Visa für wesentliche Mitglieder des Teams, wie Managementpersonal, technische Berater und andere Schlüsselfiguren, die laut iranischer Seite für den reibungslosen Ablauf der WM-Teilnahme unerlässlich sind. Das ist mehr als nur eine bürokratische Hürde – es ist ein Schlag ins Gesicht des iranischen Fußballs.
Barrack hatte zuvor die US-Botschaft für ihre Arbeit bei der Visa-Bearbeitung gelobt, was die iranische Botschaft nun als zynisch empfindet. Die Ironie der Situation ist kaum zu übersehen: Während die USA sich als Gastgeber einer globalen Sportveranstaltung präsentieren wollen, scheint die Aufnahme des iranischen Teams auf ungewöhnliche Schwierigkeiten zu stoßen.
Die Nationalmannschaft hatte bereits ihre Visa für Mexiko erhalten, befindet sich aber weiterhin im Trainingslager in der Türkei. Der geplante Abflug nach Spanien, von wo aus die Reise nach Tijuana in Mexiko fortgesetzt werden sollte, steht somit unter keinem guten Stern. Das erste WM-Spiel gegen Neuseeland in den USA am 15. Juni rückt näher, und die Unsicherheit über die Reisebestimmungen lastet schwer auf dem Team.
Doch die politische Dimension darf nicht übersehen werden: Die USA und der Iran befinden sich seit Februar in einem Zustand indirekter militärischer Auseinandersetzung. Die Bombardierungen durch die USA und Israel haben die ohnehin komplizierten diplomatischen Beziehungen weiter belastet. Ob diese politischen Spannungen die WM-Teilnahme des Iran beeinflussen werden, bleibt abzuwarten.
Die Entscheidung, das Trainingslager von Tucson/Arizona nach Mexiko zu verlegen, deutet bereits auf die Bemühungen hin, die politischen Risiken zu minimieren. Aber die Spiele selbst finden in den USA statt, was die Situation zusätzlich verkompliziert. Die WM in Nordamerika wird somit zu einem Schauplatz geopolitischer Rivalitäten, der über den Sport hinausgeht.
