Wittek schlägt zurück: ‚alt brüllt uns zu asche‘

Maximilian Wittek hat genug. Nach der 2:3-Heimpleite gegen Holstein Kiel zückt der Verteidiger des VfL Bochum die verbale Schlagwaffe – und richtet sie gegen Schiedsrichter Patrick Alt. „Der Mann schreit einfach nur. Man kann kein normales Wort wechseln, ohne dass er losbrüllt“, sagt Wittek mit zitternder Stimme. „Das ist keine Führung, das ist reine Einschüchterung.“

Ein spiel, das niemand mehr steuern konnte

Die Zahlen sprechen eine andere Sprache: zwei Gelb-Rote Karten, 52 Fouls, neun Verwarnungen – und ein Platz, der zwischen all dem Gebrüll zu kochen begann. Doch für Wittek ist nicht die Härte das Problem, sondern der Ton. „Wir sind keine Schulkinder. Wir sind Profis, die sich erklären lassen wollen, warum ein Foul gelb ist und das nächste nicht. Stattdessen kommt nur: ‚Weitermachen!‘, ‚Ruhe!‘, ‚Fertig!‘“

Der 30-Jährige, sonst eher der lautlose Arbeiter auf der linken Seite, schüttelt den Kopf. „Ich habe in zehn Jahren Ober- und Bundesliga noch nie den Schiri kritisiert. Aber heute war es wie Fußball unter Drillbefehl.“ Dabei habe der Matchverlauf „gar nicht danach geschrien“, betont er und spielt auf die beiden Platzverweise an: Bochums Matús Bero (58.) und Kiels Umut Tohumcu (90.) mussten früher duschen.

Rösler vs. wittek: ein nebenschauplatz mit geschmack

Rösler vs. wittek: ein nebenschauplatz mit geschmack

Zwischen all dem Tumult auch noch ein kleines Bühnenstück: Trainer Uwe Rösler will den am Boden liegenden Wittek hochzerren, zieht dabei leicht am Fuß. „Er wollte, dass ich sofort weiterspiele – klar, wir liegen hinten“, erzählt Wittek und grinst schief. „Uwe ist ein Feuerkopf, ich auch. Fünf Sekunden später lachen wir wieder. Aber beim Schiri bleibt der Beigeschmack.“

Der VfL rutschelt damit im Abstiegskampf weiterhin auf Position 15, nur zwei Punkte Luft nach unten. Für Wittek zählt jetzt nur eins: „Wenn wir so weiterspielen, schaffen wir das. Aber wir brauchen Ruhe auf dem Platz – und keine Schiri-Oper.“

Patrick Alt wird sich melden müssen. Der DFB- Kontrollausschuss hat bereits ein Aktenzeichen. Wittek hat seinen Satz bereits formuliert: „Reden statt brüllen. Sonst bleibt nur Asche vom Spiel.“