Wirtz zurück, liverpool wacht auf: 3:1 in wolverhampton rettet gesicht
Florian Wirtz spielte 21 Minuten, und plötzlich sah der FC Liverpool wieder aus wie ein englischer Meister. Drei Tage nach der Blamage beim Tabellenletzten drehten die Reds im Molineux Stadium auf, schlugen die Wolverhampton Wanderers im FA-Cup-Achtelfinale 3:1 und verhinderten, was in der Twitter-Sphäre bereits als „Krise zweiten Grades“ gehandelt wurde.
Wirtz springt ein, der knoten platzt
Arne Slot hatte den deutschen Nationalspieler nach zweiwöchiger Rücken-Zwangspause nicht in die Startelf gestellt. Die Entscheidung schien richtig. Liverpool wirkte in Halbzeit eins wie ein Team, das sich selbst nicht mehr traut. Erst nach dem Seitenwechsel, nach dem 1:0 durch Diogo Jota und dem 2:0 durch Cody Gakpo, warf Slot Wirtz in den Schlagabtausch. 69. Minute, 2:0, Stadiondiele dunkel, Rasen nass – der perfekte Moment, um frische Impulse zu setzen.
Wirtz brauchte keine fünf Ballkontakte, um seine erste Ballbehandlung mit einem präzisen Steilpass auf Luis Díaz zu veredeln. Der Kolossus aus Kolumbien scheiterte zwar, aber die Botschaft war klar: Die Spielmaschine ist zurück. In den folgenden Minuten zog Wirtz die Leichentuch-Abwehr der Wolves auseinander, spielte 13 Pässe, 11 davon kamen an – eine Passquote, die selbst Kevin De Bruyne in seinen besten Tagen nicht schämt.

Die zahl, die slot rettet
Sechs Tore, acht Vorlagen, 36 Pflichtspiele – Wirtz’ Bilanz klingt bescheiden, ist aber das Salz in Liverpools Angriffssuppe. Ohne ihn verlor Liverpool zwei der letzten drei Partien, schoss nur ein Tor. Mit ihm sind die Reds in dieser Saison noch ungeschlagen, wenn er länger als 20 Minuten auf dem Platz steht. Die Statistik ist kein Zufall, sie ist Slots Versicherung gegen den Vorwurf, er habe keinen Plan B.
Dass Matheus Cunha in der 84. Minute den Anschlusstreffer erzielte, war nur noch Ergebniskosmetik. Mohamed Salah legte in der Nachspielzeit den Deckel drauf, verwandelte einen Foulelfmeter, den Wirtz durch sein enges Dribbling herausgeholt hatte. 3:1, Endstand, Abpfiff, und die Liverpool-Fans sangen erstmals seit Wochen wieder „We’re gonna win the Cup“ – nicht, weil sie es wissen, sondern weil sie es wieder glauben dürfen.

Jetzt warten manchester united
Im Viertelfinale gastiert Liverpool am 21. März im Old Trafford. Dort wartet Erik ten Hag, der sich auf Bruno Fernandes verlässt, der aber keine Antwort hat auf einen Wirtz, der in Form ist. Slot wird ihn voraussichtlich wieder auf die Bank setzen, 60 Minuten reichen, um United in die Schranken zu weisen. Denn der Deutsche ist kein Joker im klassischen Sinn, er ist der Zündstoff, der Liverpools Saison vor dem nächsten Kollaps bewahrt.
Die nächsten Tage werden zeigen, ob Slots Manie für Rotation nachhaltig ist. Fest steht: Wer den FA Cup gewinnt, darf sich Champions-League-Gehalt sichern. Für Liverpool wäre das ein Trost, für Wirtz die Bühne, endlich vom „Talent“ zum „Leistungsträger“ zu reifen. Die Uhr tickt. Die Premier League läuft weiter. Aber im Cup zählt nur der Tag X. Und der hat für Liverpool begonnen, an dem Wirtz wieder laufen durfte.
