Winterthur schockt luzern und verliert dabei seinen matchwinner
Der FC Winterthur lebt. Mit einem 2:1 gegen den FC Luzern hat das Schlusslicht der Super League am Samstagabend nicht nur drei goldene Punkte eingesackt, sondern auch die Abstiegszone wieder zum Kochen gebracht. Dabei hätte die Erleichterung kaum größer sein können – wäre da nicht die Szene gewesen, in der Nishan Burkart nach einem Foul an der Mittellinie mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Platz humpelte.
Der treffer, der winterthur wieder auftrieb gab
53 Minuten lang wirkte der Aufsteiger wie ein auf Sparflamme laufender Dieselmotor. Luzern kontrollierte das Tempo, Winterthur lief hinterher. Dann, in der 54. Minute, der Moment, der die Partie kippte: Burkart nahm einen langen Ball aus der Luft, drehte sich um seinen Gegenspieler und schob zur 1:1-Ausgleich ein. Die Fischerkinder in der Haupttribüne brüllten sich die Seele aus dem Leib. Zehn Minuten später machte Randy Schneider mit seinem zweiten Saisontor den Sieg perfekt.
Doch die Freude währte nur kurz. Burkart, der in den vergangenen beiden Spielen an fünf der letzten sechs Winterthorer Toren direkt beteiligt war, blieb nach einem Zweikampf mit Tyron Owusu liegen. Der Schweizer mit armenischen Wurzeln versuchte noch, mit einem Schlenker über den rechten Vorfuß zu laufen – vergeblich. Er wurde ausgewechselt, die Diagnose steht noch aus.

Patrick rahmen rechnet mit basel-deadline
„Er hat heute Morgen noch mittrainiert, dann hat’s wieder gezwickt“, sagt Trainer Patrick Rahmen nach dem Spiel. „Ich hoffe inständig, dass wir ihn bis Freitag wieder hinbekommen.“ Die Worte klingen nach einem Mann, der weiß, dass sein System ohne Burkart ein anderes ist. Denn der 26-Jährige ist mehr als nur ein Torjäger: Er ist der Player, der in der Box den letzten Pass verwandelt und gleichzeitig als erster Pressing löst.
Ohne ihn wäre Winterthur nur die Hälfte der Gefahr. Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: Mit Burkart in der Startelf holte Winterthur in dieser Saison 1,3 Punkte pro Spiel – ohne ihn nur 0,6. Bei einem Ausfall droht Rahmen die Aufstellung umzubauen. Dann rückt wohl Matteo Di Giusto in die Spitze, ein Flügelstürmer, der eher für Tempo als für Abschluss steht.

Basel kommt – und mit ihm die nächste endstation
Bereits am Freitag gastiert der FC Basel in der Schützenwiese. Die Bebbi sind seit fünf Spielen ungeschlagen, haben mit Fabian Rieder und Thierno Ballo zwei Mittelfeldakteure in Topform. Für Winterthur wird es die letzte echte Chance, den Anschluss ans rettende Ufer zu wahren. Bei einer Niederlage wäre der Rückstand aufs rettende Ufer bei neun Punkten – bei noch vier verbleibenden Spielen.
Doch zuerst wartet die medizinische Abteilung auf die MRT-Bilder. Burkart selbst will sich nicht festlegen. „Ich kämpfe, aber der Körper muss mitspielen“, sagt er mit Blick auf die Uhr, die unaufhaltsam Richtung Freitag tickt. Die Fans jedenfalls haben wieder Hoffnung geschöpft. Denn wenn Winterthur auch nur halb so kämpft wie gegen Luzern, wird Basel keine Selbstgänger.
Am Ende zählt nur ein Fakt: Wer in der Schützenwiese gewinnt, der lebt. Und vielleicht reicht es ja auch ohne Burkart – wenn die Eulachstädter erneut beweisen, dass sie eben doch mehr sind als die Summe ihrer Einzelteile.
