Vfc plauen: aufholjagd im gange – kann der regionalliga-absteiger überraschen?
Der VFC Plauen ist plötzlich der Jäger im Rennen um die Spitze der Oberliga NOFV-Süd. Nach Siegen gegen Freital und Stahnsdorf hat der ehemalige Regionalliga-Klub ein starkes Comeback hingelegt und die Verfolger in Atem halten. Doch der neue Trainer Norman Zschach warnt vor zu großem Optimismus.
Überraschungserfolg gegen den ex-tabellenführer
Die Osterfeiertage waren für den VFC Plauen äußerst erfolgreich. Zunächst wurde der amtierende Tabellenführer SC Freital mit 1:0 bezwungen, und vier Tage später folgte ein weiterer Paukenschlag: Im Nachholspiel gegen RSV Eintracht Stahnsdorf wurde die erste Saisonniederlage für den neuen Tabellenführer verbucht. Ein 2:1-Erfolg, der die Plauener Moral enorm stärkt.
Trainer Norman Zschach, der im Januar das Traineramt übernahm, hält jedoch die Füße auf dem Boden. "Es pusht und motiviert die Mannschaft, wenn man sieht, dass man der Jäger ist und die Chance hat, nach oben zu schielen", erklärte er. Die Bilanz unter seiner Führung spricht für sich: Fünf Punktspielsiege in Folge und insgesamt 16 Punkte aus sechs Spielen – eine Quote, die in der Liga ihresgleichen sucht.

Drei auswärtsspiele in sieben tagen – die nächste herausforderung
Trotz des Aufschwungs ist der VFC Plauen mit 40 Punkten aktuell nur Tabellenvierter. Der Abstand zu den führenden Teams Stahnsdorf (51 Punkte), Freital (49 Punkte) und Halberstadt (43 Punkte) ist zwar noch vorhanden, doch die Plauener haben drei Spiele mehr vorliegen und somit die Möglichkeit, weiter aufzuholen. Die kommenden Tage werden entscheidend sein: Es folgen drei Auswärtsspiele in Glauchau, Bautzen und Grimma innerhalb von nur sieben Tagen. Eine echte Standortprüfung für das Team.
Tyron Profis, der mit zehn Saisontoren erfolgreichste Angreifer des VFC Plauen, hat in den jüngsten Spitzenspielen jeweils mit einem verwandelten Elfmeter für den Sieg gesorgt. "Wir wollen weiter Gas geben, einfach alles rausholen, was noch geht und dann schauen, was die anderen machen. Das hat bis jetzt gefruchtet", so Profis.

Neuer teamgeist und taktische flexibilität
Hinter den jüngsten Erfolgen des VFC Plauen scheint ein neuer Mannschaftsgeist zu stecken. Die Winterpause wurde genutzt, um das Teamgefühl zu stärken. "Es war wichtig, den Spielern das Gefühl zu geben, dass sie Fußball spielen können, aber auch als Team zusammenarbeiten müssen", so Zschach. Neben intensiven Trainingseinheiten und taktischen Übungen wurden auch Mannschaftsabende organisiert.
Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg ist die taktische Flexibilität, die Zschach in sein Spielsystem integriert hat. Gegen Freital verzichtete er beispielsweise auf eine Viererkette und setzte stattdessen auf eine 3-5-2-Formation, um die Defensive zu stabilisieren und gleichzeitig Kontersituationen zu vermeiden. "Natürlich gibt es immer eine Grundformation, aber die Spieler müssen am Platz Entscheidungen treffen und flexibel sein. Man kann nicht alles von außen vorgeben."
Die Aufholjagd des VFC Plauen ist mehr als nur eine Momentaufnahme. Mit neuem Teamgeist, taktischer Flexibilität und dem unbedingten Willen zum Sieg könnte der ehemalige Regionalliga-Absteiger den Oberliga NOFV-Süd in eine spannende Titelentscheidung verwandeln. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Vogtländer ihre beeindruckende Form halten können und tatsächlich noch in der Spitzengruppe landen.
