Vfc plauen: aufholjagd im gange – kann der regionalliga-absteiger überraschen?

Der VFC Plauen schreibt überraschend Fußballgeschichte in der Oberliga NOFV-Süd. Nach einem durchwachsenen Hinrundenjahr hat der ehemalige Regionalliga-Klub am Osterwochenende mit zwei wichtigen Siegen eindrucksvoll bewiesen, dass er zu den ambitioniertesten Teams der Liga gehört. Doch der neue Trainer behält die Nerven – und das ist klug.

Der jäger im rücken: plauen jagt die tabellenführung

Zunächst schlug der VFC am Gründonnerstag den Spitzenreiter SC Freital mit 1:0. Vier Tage später folgte ein weiterer Paukenschlag: Im Nachholspiel wurde RSV Eintracht Stahnsdorf mit 2:1 besiegt – die erste Saisonniederlage für den neuen Tabellenführer. Trainer Norman Zschach scheint seine Mannschaft in eine neue Spur gelenkt zu haben. „Es pusht und motiviert die Mannschaft, wenn man merkt, dass man der Jäger ist und die Chance hat, nach oben zu schielen“, so Zschach.

Die Bilanz des 37-Jährigen ist beeindruckend: Fünf Punktspiele in Folge gewonnen, 16 Punkte aus sechs Spielen – eine Quote, die in der Liga ihresgleichen sucht. Auch wenn Plauen mit 40 Punkten nur Vierter der Tabelle ist, hat der Absteiger aus der Regionalliga deutlich aufgeholt und verfügt noch über drei Spiele mehr als Freital und zwei mehr als Stahnsdorf und Halberstadt. Die Distanz zu den führenden Teams ist also schrumpfend.

Auswärts-herausforderung: drei spiele in sieben tagen

Auswärts-herausforderung: drei spiele in sieben tagen

Doch Zschach warnt vor zu großem Optimismus. „Wir wollen unsere Hausaufgaben erledigen, aber wir heben den Finger auch. Das A und O ist, dass alle Spieler auf dem Boden bleiben und gezielt von Spiel zu Spiel gehen, um 110 Prozent Leistung abzuliefern.“ Die anstehenden drei Auswärtsspiele in Glauchau, Bautzen und Grimma innerhalb von nur sieben Tagen stellen die Mannschaft vor eine enorme Herausforderung. Ein Kraftakt, der die Konzentration und mentale Stärke der Vogtländer auf die Probe stellen wird.

Tyron Profis, der mit zehn Saisontoren erfolgreichste Angreifer, hat mit seinen verwandelten Elfmetern in den jüngsten Spitzenspielen maßgeblich zum Erfolg beigetragen. Aber Zschach betont: „Wir wollen weiter Gas geben, einfach alles rausholen, was noch geht, und dann schauen, was die anderen machen. Das hat bis jetzt gefruchtet.“

Ein entscheidender Faktor für den Erfolg ist der neue Mannschaftsgeist. Nach einer Winterpause, in der der Fokus auf Spaß und Teamwork gelegt wurde – inklusive Mannschaftsabende – scheint die Harmonie im Team gestärkt worden zu sein. Zschach experimentierte zudem taktisch flexibel und wechselte gegen Freital von einer Viererkette auf eine 3-5-2-Formation, um die Defensive zu stabilisieren und Kontersituationen zu minimieren. „Die Spieler müssen am Ende auf dem Platz Entscheidungen treffen und da auch flexibel sein“, erklärt der Trainer. Er lässt Freiräume, setzt auf individuelle Klasse und Teamgeist – und das scheint sich auszuzahlen. Der VFC Plauen hat sich in eine Form gebracht, die den Konkurrenten Respekt einflößt. Nur ausbleibende Erfolge im Pokal trüben das Bild.

Es bleibt abzuwarten, ob der VFC Plauen seine beeindruckende Aufholjagd fortsetzen kann. Die nächsten Spiele werden zeigen, ob der ehemals aussichtslose Abstiegskandidat tatsächlich noch eine Bedrohung für die Spitze darstellt. Eines ist jedoch klar: Die Oberliga NOFV-Süd hat einen neuen, aufregenden Faktor bekommen.