Türoff kontert hardliner-reul: „zentrale verbote zerstören lokale expertise“
Köln schlägt zurück. Nachdem die CDU-Innenminister Reul und Schuster den Klubs mit Lizenzentzug und Millionen-Polizeikosten gedroht hatten, wirft Philipp Türoff, Geschäftsführer des 1. FC Köln, den Beamten parteipolitischen Populismus vor. „Pauschal-drohende Tonlage statt Fakten“ nennt er das.
Reuls kalkulation: vereine sollen für randale zahlen
Der Knackpunkt ist Geld. Reul und Schuster wollen die Kosten für Hundertschaften, die jedes Bundesligaspiel begleiten, künftig den Vereinen in Rechnung stellen. Schätzungen belaufen sich auf bis zu 400 000 Euro pro Hochrisikospiel. Türoff weist das mit Zahlen zurück: „In Köln gab es seit 2019 kein einziges spielfreies Wochenende wegen Pyro oder Krawall – das spricht für unsere Prävention, nicht für neue Strafsteuern.“
Die zweite Fordere der Minister: eine zentrale Fachaufsicht für Stadionverbote. Bislang entscheiden lokale Kommissionen, künftig soll ein Bundesgremium nachjustieren können. Der VfB Stuttgart hatte in einem internen Brief bereits protestiert, nun schließt sich Köln an. Türoff: „Wer in der Südkurve steht, kennt die Gesichter. Eine Berliner Behörde sieht nur Excel-Tabellen.“

Dfl präsentiert modell – klubs wollen fans befragen
Mitte dieser Woche legt die DFL den Referentenentwurf vor. Die Klubs sollen ihn in Fan-Runden diskutieren, bevor die Länderchefs im Oktober entscheiden. Türoff kündigt Widerstand an: „Wir lassen uns nicht in eine Schmuddelecke drängen, in der Sicherheit plötzlich zur Cash-Cow wird.“
Die Innenminister bleiben hart. Doch der 1. FC Köln hat schon mal signalisiert, vor Gericht zu ziehen, sollte NRW die Lizenz von Müngersdorf koppeln. Ein verlängertes Sommermärchen für Anwälte.
