Stransky dominiert, grant entzaubert: die import-könige der nl nach der quali
Die Qualifikation ist gerade erst abgepfiffen, da schon der nächste Hammer: Die Import-Könige der National League stehen fest – und der Thron gehört Matej Stransky. 28 Tore, 25 Assists, MVP-Titel, 46 Spiele. Fertig. Aus. Punkt. Wer jetzt noch fragt, warum Davos die gefährlichste Offensive der Liga hat, guckt bestenfalls in die Statistik, ansonsten einfach aufs Eis.
Die verpassten spiele, die derek grant nach vorn katapultierten
Zehnter Rang für einen Center, der nur 30 Partien absolvierte? Klingt nach Rückschritt, ist aber ein Rechenfehler. Grant feierte mit 0,97 Punkten pro Spiel seine beste NL-Saison – und das mit 35 Jahren. Hätte er nicht acht Wochen ausgefallen, würde er heute mit Granlund und Zadina um die Podestplätze pokern. Die Vertragsverlängerung der Lions ist deshalb keine Gefälligkeit, sondern Notwehr.

Brännströms royal-flush-season
19 Tore von der blauen Linie – das schaffte zuletzt 2022 Henrik „König“ Tömmernes. Erik Brännström zog nach 51 Spielen mit 19 plus 24 gleich und fügte dem Powerplay von Lausanne eine zweite Geheimwaffe hinzu. Gegnerische Trainer schieben seit Wochen Box-Plus-One-Deckungen gegen ihn, er antwortet mit Klangbögen ins Kreuzeck. Fertig ist der neue Monarch.

Warum granlund „nur“ fünfter ist
Markus Granlund führt die Scorerliste mit 63 Punkten – und landet in unserem Ranking trotzdem hinter Petersson und Zadina. Grund: 14 Sekundärassists. Schön anzusehen, aber die ersten Trefferverkettungen lagen bei Genf-Servette häufiger bei anderen. Zahlen sind grausam, deshalb reicht’s für Platz fünf. Trotzdem: Ohne Granlund kein Genf in der Spur, das weiß selbst der Video-Coach.

Sgarbossa und der playoff-preis
Mike Sgarbossa wechselte mitten in der Saison von Bern ins Tessin – und schraubte die Powerplay-Quote des HCL sofort von 17,4 auf 24,8 Prozent hoch. 21 Punkte in 26 Spielen, jeweils mit eingerechnet, wenn es um die Play-In-Plätze ging. Solche Transfers bestimmen den Meister oft mehr als jede Sommerplanung.
Und was ist mit kubalik?
Dominik Kubalik schoss 25 Tore, tanzte aber zu oft solo. 18 davon fielen, als EV Zug bereits mit zwei Toren führte oder zurücklag – ein Klischee, das seine Wirkung trübt. Torjäger ja, Matchwinner mit Abstrichen. Deshalb reicht’s trotz 48 Punkten nur zu Rang zehn in der Import-Wertung.
Die warnung aus davos
Filip Zadina absolvierte 42 Spiele, erzielte 21 Tore und 20 Assists – und war trotzdem „nur“ Drittbester hinter Stransky und Brännström. Der HC Davos erzielte 3,2 Tore pro Partie, doch genau diese Breite macht den Klub gefährlich. Wenn schon der „dritte“ Import solche Zahlen liefert, will kein Gegner an einem möglichen Halbfinal-Treffen denken.
Die katze im scl-käfig
Andre Petersson spielte 52 Mal, erzielte 31 Tore – und bewies, wie wertvoll ein Import sein kann, der seine minder dotierten Nebenleute auf ein höheres Level zieht. Ohne ihn wären die Tigers schon im Januar Geschichte gewesen. Mit ihm schrammten sie bis Spiel 52 um die Play-Ins. Statistisch gesehen war jedes vierte SCL-Tor ein Petersson-Tor. Mehr Einbahnstraße geht nicht.
Die Playoff-Tickets sind verteilt, die Rangliste fixiert. Doch die Wahrheit steht auf dem Eis: Ein guter Import rettet keine Saison, ein großer aber kann eine verschieben – bis in den Mai. Und wer jetzt denkt, dass Stransky mit dem MVP-Titel sein Limit erreicht hat, unterschätzt den Tschechen und den Herbst in Davos.
