Schweizer lizenzspieler erstmals auf augenhöhe mit importstars
Die National League verändert sich. Schweizer Lizenzspieler schießen nicht mehr nur mit, sie bestimmen das Rennen. Ein Blick auf die aktuelle Scorerliste offenbart: acht Inländische landen unter den Top 24 – ein Drittel. Das war vor einem Jahr noch undenkbar.
Luca fazzini führt die jagd an
Der Genfer ist kein Eintagsfliegenvogel. Mit 54 Punkten nach 45 Partien schreibt sich Fazzini auf Rang vier der Gesamtwertung und lässt hinter sich Stars wie Corvi, Kurashev oder Bertschy stehen. Die Botschaft ist klar: Talent reicht nicht, es braucht Konstanz. Die liefert der 26-Jährige seit Saisonbeginn.
Dahinter folgt eine ganze Schar. Andrighetto trägt die ZSC Lions weiter, Riat schraubt sich auf Platz 28. Der Sprung? Massiv. 2022/23 stand Theo Rochette mit 31 Zählern auf Gesamtrang 47. Heute reichen 31 Punkte nicht einmal mehr für die Top 30.

Frick ist das bollwerk
Verteidiger in Scorerlisten? Selten. Lukas Frick schafft es als einziger Defender unter die ersten Zehn. Seine 14 Tore und 25 Assists sind kein statistisches Schmankerl, sondern Ausdruck eines Systems, das Defensivakteure offensiv einbindet. Trainer Jeff Tomlinson lässt den 29-Jährigen Powerplay führen – Vertrauen, das sich bezahlt macht.
Die Zahl, die die Liga verändert: 33 Prozent der besten Scorer tragen Schweizer Pass. Letzte Saison waren es 20 Prozent. Die Importdominanz bröckelt. Clubs wie Genf, Zug oder Bern setzen auf jene Spieler, die sie ausbilden, statt teure Ausländer zu importieren.
Die Folge: jüngere Schweizer bekommen Eiszeit, statt auf der Bank zu gammeln. Die Liga wird schneller, weil Inländer mit höherem Tempo mitspielen müssen. Und die Fans? Die sehen Identifikationsfiguren, die morgen in der gleichen Bar sitzen können wie sie.
Die Tabelle lügt nicht. Wer die Schweizer Lizenzspieler ausklammert, verpasst die neue DNA der NL. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob der Trend Bestand hat. Ein Drittel war erst der Anfang.
