Schmadtke fliegt nach 81 tagen: hannover 96 trennt sich erneut vom comeback-manager

81 Tage hat es gedauert, bis Jörg Schmadtke wieder gehen muss. Nach nicht einmal drei Monaten verlässt der 62-Jährige Hannover 96 – diesmal ohne Europa-League-Träume, dafür mit einem Paukenschlag am Sonntagnachmittag.

Die zahlen, die alles sagen

Einvernehmlich? Vielleicht. Aber die Chronologie spricht eine andere Sprache: Am 24. Dezember 2025 kehrte Schmadtke zurück, am 1. Januar 2026 trat er die Nachfolge von Marcus Mann an, der nach Salzburg abwanderte. Nun, am 31. März 2026, ist Schluss. Ein Drei-Jahres-Vertrag bis 2029 wird nach 81 Tagen auf Eis gelegt. Kein Sieg in Folge, Platz neun der Zweiten Liga, der Anschluss an die Aufstiegsplätze ist abgerissen.

Die Aufgaben übernehmen nun Henning Bindzus und Ralf Becker – interne Lösungen, die schon vor dem Winter gegolten hätten, wenn man sich intern nicht so sehr auf Schmadtkes Ruf verlassen hätte. Denn der Mann hatte Geschichte geschrieben: 2010/11 Vizemeister mit 96, anschließend drei Europapokal-Saisons nacheinander. Doch diese Erinnerungen reichen nicht gegen die nüchterne Bilanz von 2026.

Was wirklich hinter den kulissen passierte

Was wirklich hinter den kulissen passierte

Insider berichten von Trainingsspielverlusten gegen Regionalliga-Teams, von Transferlisten, die kurz vor dem Deadline-Day noch einmal umgeschrieben wurden, und von einer Kabine, die sich mit jedem Remis mehr fragmentierte. Schmadtke, sonst ein Mann der klaren Ansagen, soll zuletzt selbst die Übersicht verloren haben. „Er hat sich wie ein Gast auf Zeit gefühlt“, sagt ein Betreuer, der den Ex-Liverpool-Sportdirektor seit Wochen kaum noch lächeln sah.

Die Trennung folgt einem Muster: Schmadtke war in Köln nach zwei Jahren aus, in Wolfsburg nach drei. Nun also Hannover – nur schneller. Die Vereinsspitze um Präsident Martin Kind will „zu gegebener Zeit“ eine Nachfolge verkünden. Bis dahin bleibt die Frage, ob 96 mit Bindzus und Becker nicht schon die bessere Lösung gefunden hat.

Die ironie des rückkehrers

Die ironie des rückkehrers

Schmadtkes Abschiedszeile klingt wie ein Echo an 2013: „Ich wünsche Hannover 96 alles Gute.“ Damals stieg der Klub zwei Jahre später ab. Diesmal will man den Fehler nicht wiederholen und trennt sich frühzeitig – bevor die Saison zur Totengräberin wird. Bleibt die Erkenntnis: Manchmal reicht selbst die erfolgreichste Vergangenheit nicht gegen eine Gegenwart, die sich in 81 Tagen in Luft auflöst.