Raum liefert kimmich-enthüllung: luxus-problem statt notstand

David Raum zieht die Notbremse. Die Debatte um eine angeblich problembehaftete Außenverteidiger-Position in der Nationalmannnung sei „reine Rhetorik“, sagt der Leipziger. Stattdischen schwärmt er vom „Vorbild“ Joshua Kimmich – und liefert eine neue Einschätzung zur umstrittenen Umpositionierung des Bayern-Kapitäns.

„Kimmich ist kein aushilfsrechts“

Beim FC Bayern dirigiert Kimmich das Mittelfeld, bei der DFB-Elf rückt er nach rechts. Für Raum kein Notbehelf, sondern konzeptionelle Cleverness: „Er bringt seine Stärken auch offensiv ein, seine Ballsicherheit und Diagonalspiel sind dort gefährlicher als jede Flanke.“ Die Worte sind ein Seitenhieb gegen Kritiker, die die neue Rolle des 30-Jährigen als „Komproniss“ abtun.

Raum selbst spielt links, konnte also mit Neid reagieren. Tut er nicht. „Ich schaue, wie Joshua vier Kinder und eine Karriere unter einen Hut bringt – und trotzdem jede Trainingseinheit mit einer Wissenschaftler-Präzision absolviert.“ Das nennt der 27-Jährige „Anführer-Gen“. Beobachter wissen: Dieses Gen schaltet sich vor allem in Endrunden, wenn Raum und Kimmich gemeinsam die Seiten wechseln und Gegner mit Überzahl überlaufen.

Luxus statt lücke

Luxus statt lücke

Die Skala der Personaloptionen für die Außenbahn hat sich laut Raum dramatisch verschoben. „Früher gab es vielleicht zwei, drei verlässliche Leute. Heute stehen Henrichs, Mittelstädt, Raum, Max, Klostermann, Willems und noch einige mehr bereit.“ Die Folge: Julian Nagelsmann kann situativ rotieren, ohne Qualität einzubüßen. „Wir reden von einem Luxus-Problem, nicht von einem echten Problem“, so Raum.

Die Aussage ist strategisch klug. Sie entlastet den Bundestrainer, der bei jedem Testspiel verfolgt wird, als habe er eine Stelle offen. Gleichzeitig schürt sie internen Konkurrenzdruck: Wer nicht topfit ist, fliegt aus dem Kader – egal wie groß der Name.

Dass Raum Kimmich öffentlich in den Himmel hebt, hat auch ein Stück Eigennutz. Die Chemie auf der linken Seite funktioniert nur, wenn der Rechtsverteidiger sicher nachrückt und den Ball schnell umschaltet. Kurz: Je besser Kimmich aussieht, desto mehr Räume öffnen sich für Raum. Und genau diese Räume will er in den nächsten Länderspielen nutzen – um seine Position als Stammlinken zu zementieren und die Debatte um angebliche Defizite endgültig zu beenden.