Rapperswil schlägt fribourg in einem wilden spiel 5 und übernimmt die führung
Blut, Schweiß und ein Schlagabtausch vor dem Tor: Die SC Rapperswil-Jona Lakers haben sich in Fribourg mit 2:1 durchgesetzt und stehen vor dem ersten Finaleinzug seit 17 Jahren. Das 5. Playoff-Spiel entwickelte sich zur Schlägerei, die Schiedsrichter mussten zweimal die Videobilder prüfen – und am Ende stand ein Fakt: Die Lakers führen in der Serie 3:2.
Larsson fliegt, taibel trifft – und plötzlich ist fribourg in gefahr
Die Partie begann mit einem Tempo, das selbst die Plexiglaswände vibrieren ließ. Victor Rask schockte das heimische Gotteron bereits in der 9. Minute, doch Lucas Wallmark antwortete mit einem Kunstschiuss aus dem Slot. Die Scheibe schlug ein wie ein Faustschlag – 1:1, alles offen.
Doch das zweite Drittel enttäuschte: Zu viel Respekt, zu wenig Risiko. Reto Berra und Melvin Nyffeler ließen sich die Hände warmhalten, aber echte Glanzparaden blieben Seltenheit. Erst im Schlussdrittel explodierte die Euphorie: Mikae Henauer feuerte von der blauen Linie, Jonas Taibel stach mit dem Schäftel und lenkte die Scheibe unhaltbar für Berra ab. 2:1 – und die 3.000 Lakers-Fans hinter der Scheibe tobten, als hätten sie den Stanley Cup gewonnen.

Strafen, wut und ein video-check – die schlussphase kocht über
Die 54. Minute wird in den Highlights wieder und wieder laufen. Jacob Larsson rastet aus, schubst Stéphane Patry, rempelt Schiedsrichter Stefan Eichmann an – 2+10 Minuten Strafe. Die Lakers müssen 120 Sekunden in Unterzahl überstehen, Fribourg drängt, doch Nyffeler wirft sich wie ein Vulkan in die Schüsse. Dann der nächste Knall: 17 Sekunden vor Ende attackiert Chris Bertschy den Lakers-Torhüter, die Maske fliegt, die Stöcke kreuzen sich wie Degen. Die Schiris ziehen sich zurück, checken die Bilder – und lassen alles laufen. „Wir haben nichts illegales gesehen“, sagt Schiri-Einsatzleiter Claudio Maffei nach dem Spiel. Fribourg protestiert, aber die Scheibe ist längst im Nachtlager.
Die Zahlen sind gnadenlos: Rapperswil blockt 23 Schüsse, Fribourg nur 9. Die Lakers gewinnen 58 % der Bullys, schlagen 46 Checks – und kassieren trotzdem nur zwei Strafen. „Wir haben gelernt, diszipliniert zu bleiben, wenn es brennt“, sagt Trainer Colin Muller. „Das ist der Unterschied zwischen Playoff-Hockey und regulärer Saison.“
Für Fribourg wird es eng. Gotteron muss am Sonntag in Rapperswil gewinnen, sonst fliegt der Meister von 2023 raus. Die Lakers dagegen riechen das Halbfinale – und ihre Fans haben bereits die Reise nach Davos gebucht. Die Serie ist nicht mehr nur ein Sportevent, sie ist ein Krimi mit offenem Ende. Und der nächste Akt findet auf dem Eis von Rapperswil statt, wo die Lakers seit sieben Heimspielen ungeschlagen sind. Die Uhr tickt für Fribourg. Die Uhr tickt für die Gotteron-Ära.
