Pirlo und materazzi in moskau: ex-weltmeister ernten heftige kritik

Ein Auftritt, der für Aufsehen sorgt und Wut auslöst: Die italienischen Fußballlegenden Andrea Pirlo und Marco Materazzi haben in Moskau für Empörung gesorgt, indem sie bei einem „Tag des Fußballs“ Autogramme verteilten und Selfies schossen. Die Kritik kommt zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt, während Russland gleichzeitig Raketen- und Drohnenangriffe auf Kiew durchführt.

Die eu-abgeordnete schaltet sich ein

Die Reaktion war prompt und scharf. Pina Picierno, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, äußerte sich in den sozialen Medien empört: „Geld kann viele Dinge kaufen, es kann sogar, unglaublicherweise, einen Sportchampion dazu bringen, in Moskau Bälle zu signieren, in denselben Stunden, in denen dieses kriminelle Regime wahllos Zivilisten tötet und europäische Länder bedroht.“ Sie betonte, dass Geld nicht die Glaubwürdigkeit oder die moralische Haltung kaufen könne. Ein Schlag ins Gesicht für viele.

Der helm des skeletons und die unterstützung für dsjuba

Der helm des skeletons und die unterstützung für dsjuba

Auch der ukrainische Skeletonpilot Wladyslaw Heraskewytsch, dessen Helm mit den Gesichtern von Kriegsopfern verziert war und ihm den Start bei den diesjährigen Winterspielen verwehrte, zeigte sich schockiert. Er kritisierte, dass Pirlo in der Nähe des russischen Fußballers Artjom Dsjuba auftrete, der offen die Kreml-Politik und die Tötung von Ukrainern unterstütze. Die Situation sei „traurig zu sehen, wie sich Kindheitsidole zu moralisch bankrotten Menschen entwickeln, für die nichts wertvoller ist als der russische Rubel.“

Wer steckt hinter der veranstaltung?

Wer steckt hinter der veranstaltung?

Laut dem britischen Guardian wurde die Veranstaltung von einem russischen Wettanbieter organisiert, für den Pirlo als Markenbotschafter fungiert. Der 47-Jährige versuchte, die Situation herunterzuspielen und argumentierte, ihre Präsenz in Moskau sei ausschließlich der Leidenschaft für den Sport und der Zuneigung der Fans geschuldet. Eine Erklärung, die viele nicht überzeugt.

Pirlo, der aktuell als Trainer bei United FC in Dubai tätig ist, scheint die Tragweite seines Handelns unterschätzt zu haben. Die Bilder von ihm, wie er in Moskau Autogramme verteilte, werden ihm noch lange nachhängen und seinen Ruf nachhaltig beschädigen. Die Frage, die sich nun stellt, ist: Wie weit darf der Profit die moralischen Grundsätze von Sportlern übertrumpfen?